LTU produziert zu teuer
Rewe will bei LTU Kapital nicht aufstocken

Nach dem Zusammenbruch des Schweizer Luftfahrtkonzerns Swissair Group verstärken sich in Deutschland die Bemühungen, die Fluggesellschaft LTU aus dem Pleitestrudel herauszureißen. Die Schweizer Gruppe besitzt 49,9 % des Düsseldorfer Ferienfliegers, der selbst ein Sanierungsfall ist.

An den Verhandlungen hinter verschlossenen Türen ist neben der nordrhein-westfälischen Landesregierung auch die Handels- und Touristikgruppe Rewe beteiligt. Der Kölner Mischkonzern hatte zum Jahresbeginn 40 % der Fluggesellschaft und die Reiseveranstalter der LTU-Gruppe vollständig übernommen.

Ein Rewe-Sprecher sagte dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe), das Unternehmen habe weiterhin Interesse an "einer langfristigen Verbindung zur LTU." Dies bedeute allerdings nicht, dass die Rewe-Gruppe ihr Kapital bei der Airline aufstocken werde. Man müsse "alle Lösungen durchspielen", erklärte er, ohne Einzelheiten zu nennen. Angesichts positiver Sanierungsschritte bei der LTU bestehe "kein Zwang zu übereilten Schritten". Rewe begrüße es, dass bei den Verhandlungen auch die von Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) geführte Düsseldorfer Landesregierung "mit im Boot sitzt".

Die Touristikbranche bewertet die Rettungsversuche wegen der Überkapazitäten im deutschen Ferienfluggeschäft eher skeptisch. Das Düsseldorfer Unternehmen produziere um 20 bis 25 % zu teuer, kommentieren Wettbewerber. Es sei kaum vorstellbar, "dass noch jemand Geld für die LTU gibt". Sie "ist nur noch eine Hülle". Die Flotte sei nur noch geleast, und viel Geschäft sei in den Swissair-Konzern überführt worden. Ein Branchen-Berater meint, der mögliche Zusammenbruch der LTU würde die Bereinigung des deutschen Ferienflugmarktes voranbringen. Flugkapazität gebe es genug. Und sollten Kapazitätsprobleme entstehen, könne man "schnell in die Leasing-Verträge einsteigen und einige Piloten übernehmen - "aber nicht zu den LTU-Konditionen".

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