Lucent Gewinnwarnung belastet Börsen
Europäische Börsen nach Nasdaq-Fall schwächer

Reuters FRANKFURT/MAIN. Die europäischen Börsen haben am Mittwochvormittag in Folge des jüngsten Kursrutsches an der US-Technologiebörse Nasdaq deutlich schwächer tendiert. Die Telekomausrüster hätten zusätzlich unter der Gewinnwarnung von Lucent und einem enttäuschenden Umsatzausweis bei Motorola gelitten, sagten Händler. An der Wall Street fiel am Dienstag der technologielastige Nasdaq-Index um 3,43 % auf 3240 Punkte, während der Dow-Jones-Index der Blue Chips um 0,42 % auf 10 524 Punkte zurückging. Der US-Telekomausrüster Lucent hatte am Dienstag mitgeteilt, angesichts niedriger als erwartet ausgefallenen Umsätze werde ihr Gewinn im vierten Quartal unter den Analystenerwartung liegen. Am selben Tag wies Motorola für das dritte Quartal einen Umsatz aus, der die Analystenerwartungen nicht erreichte.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz lag gegen am Mittwoch Mittag um 1,9 % niedriger auf 4673 Zählern, der Euro-Stoxx-50-Index für die Blue Chips aus der Europäischen Währungsunion (EWU) fiel um 1,9 % auf 4776 Punkte.



LONDON - TMT-Werte unter Druck

Nach der Gewinnwarnung von Lucent standen an der Londoner Börse Händlern zufolge in erster Linie TMT-Aktien (Technologie, Medien und Telekommunikation) unter Druck. Marconi verloren dabei 7,7 %, Cable & Wireless 3,9 % und Vodafone 2,8 %. Auch Bankenwerte tendierten deutlich schwächer. Händler führten dies auf Ängste vor wachsendem Wettbewerb in der Branchen zurück. HSBC fielen um 3,2 %, Royal Bank of Scotland um 3,1 %. Der FTSE-100-Index fiel bis zum Mittag um 2,12 % auf 6115 Punkte.



ZÜRICH - CS Group von Gerüchten belastet

Die Schweizer Börse wurde wie die anderen europäischen Börsen von den schwachen Vorlagen aus den USA belastet. Der SMI-Index schwächte sich bis gegen Mittag um 1,43 % auf 7701 Punkte ab. Unter Druck standen vor allem die Titel von CS Group. Die Aktie verlor über sieben Prozent auf 303 sfr. Händler sagten, die allgemein schwache Performance der Finanztitel an anderen Börsen und die anhaltenden Gerüchte, wonach es Probleme bei der jüngst übernommenen US-Investmentbank Donaldson Lufkin & Jenerette geben könnte, belasteten die CS-Aktie. Ein CS-Sprecher wolle aus grundsätzlichen Erwägungen die Marktspekulationen nicht kommentieren.

PARIS - CAC-Index kurz unter 6000 Punkten

An der Pariser Börse ist am Vormittag der CAC-Index kurz unter die von Händlern als psychologisch wichtig bezeichnete Marke von 6000 Punkten gefallen. Gegen Mittag lag der Index um 2,22 % tiefer auf 6007 Zählern. Zu den größten Verlierern gehörten nach der Gewinnwarnung von Lucent Alcatel mit einem Minus von acht Prozent. Equant verloren knapp fünf Prozent, nachdem France Telecom die Erwartungen für eine baldige Übernahme von Equant gedämpft hatte. France Telecom teilte mit, sie sehe nicht, wie ein Geschäft im gegenwärtigen Marktumfeld zustande kommen könne.



MAILAND - Enel nach Übernahmeankündigung fester

An der Mailänder Börse hat sich der Stromkonzern Enel entgegen des allgemeinen Trends fester gezeigt. Die Titel legten um 0,7 % zu, nachdem Enel die Übernahme des Telekom-Festnetz - und Internetanbieter Infostrada von Vodafone bekannt gegeben hatte. Der Preis von elf Mrd. Euro liege im Rahmen der Erwartungen, sagten Händler Der MIB30-Index lag gegen Mittag um 1,4 % niedriger auf 44 277 Zählern. Im Mittelpunkt standen Händlern zufolge auch Banca Intesa und BCI , nachdem sie wie erwartet eine volle Fusion angekündigt hatten. Beide Titel notierten tiefer.



MADRID - Große Verluste bei Technologiewerten

An der Börse in Madrid fiel der Ibex-Index bis Mittag um 2,4 % auf 10 689 Punkte. Die größten Kursverluste seien in Folge des Nasdaq-Rückgangs bei den Technologiewerten beobachtet worden, sagten Händler. Indexschwergewicht Telefonica fielen um 1,3 %, ihre Internet-Tochter Terra verbilligte sich um 2,2 %. Zu den wenigern Gewinnern gehörte der Stromversorger Iberdrola mit einem Plus von 2,8 %. Es werde ein Gegenangebot für Iberdrola erwartet, hieß es im Handel. Iberdrola und Endesa verhandeln derzeit über eine Fusion.



AMSTERDAM - Philips und ASM führen Verlierer an

An der Amsterdamer Börse lag der AEX-Index gegen Mittag um zwei Prozent niedriger auf 641 Punkten. Bei den Indexwerten verzeichneten die größten Verluste Philips Electronics und ASM Lithography mit minus 3,8 % und minus 7,8 %. Die Anleger seien über die Aussichten der Halbleiterunternehmen besorgt, sagten Händler. Sie wiesen darauf hin, dass am Vortag in den USA Motorola einen Quartalsumsatz unter den Erwartungen von Analysten veröffentlicht hatte.



WIEN - Leichter

Der Wiener Aktienmarkt hat sich leichter präsentiert. Gegen Mittag lag der ATX-Index mit 1133,99 Punkten um 0,31 % unter dem Vortagsschluss. "Traurig, traurig schaut der Markt im Moment aus", beklagte ein Händler. Den ATX habe es bisher noch nicht gar so arg erwischt, aber es sei beim derzeitigen Abwärtstrend auch noch kein Boden in Sicht. Wie hoch die Verluste ausfallen werden, hänge vor allem von den Bank-Titeln ab, so die einstimmige Meinung der Marktteilnehmer. Auf der Gewinnerseite standen am Vormittag Generali Holding mit 188,50 (186,50) Euro. Erste Bank konnte auf 47,20 (47) zulegen, Bank Austria wurden unverändert mit 62,60 gesehen.



BRÜSSEL - Geringere Verluste

Auch die Brüsseler Börse folgt der Abwärtsbewegung der Wall Street, wenn auch nicht so stark wie andere europäische Börsen. Der Bel20-Index lag gegen Mittag um 0,48 % tiefer auf 2998 Punkten. KBC Bancassurance fielen dabei um 3,21 %. Die KBC-Holding Almanij verbilligte sich um 4,33 %. Indexschwergewicht Fortis legte dagegen um 0,6 % zu. Bank Degroof hatte am Dienstag die Bewertung der Aktie auf "Akkumulieren" aufgestuft.



STOCKHOLM - Neunmonatstief

An der Stockholmer Börse sind am Vormittag die Aktien auf den tiefsten Stand seit neun Monaten gesunken. Der OMX-Index fiel dabei bis gegen Mittag um 3,57 % auf 1147 Punkte. Der Kursrutsch an der US-Technologiebörse Nasdaq am Vortag und die Gewinnwarnung des Telekomausrüsters Lucent hätten vor allem Ericsson und Nokia belastet, sagten Händler. Ericsson fielen um zehn skr auf 136 skr, Nokia um 18,50 skr auf 323 skr. Lediglich Telia konnte nach Rücktritt des stark kritisierten Chef des Unternehmens Kursgewinne verzeichnen.

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