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Lucent sucht Käufer für Nürnberger Werk

Der US-Telekom-Ausrüster Lucent Technologies will seine Eigenproduktion in Europa aufgeben und sucht daher einen Käufer für sein Mobilfunk-Werk in Nürnberg.

Reuters BONN/NÜRNBERG. Die Planungen seien Teil der zweiten Stufe des Umbaus von Lucent, sagte ein Sprecher der deutschen Tochter des US-Konzerns am Freitag in Bonn. Ein Sprecher des Standorts Nürnberg ergänzte, die Konsequenzen seien erst bei einer Sitzung des europäischen Betriebsrates am Donnerstag in Amsterdam klar geworden. Es bestünden bereits Kontakte mit Interessenten für die Nürnberger Fertigung, in der rund 600 Menschen beschäftigt sind. Die Arbeitsplätze sollen zum großen Teil erhalten bleiben. "Sollten die Gespräche scheitern, müssten wir neu überlegen", sagte er.

Die Überlegungen, die Eigenfertigung ganz aufzugeben und die Werke zu verkaufen oder zu schließen, hätten sich konkretisiert, sagte der Sprecher in Bonn. Der Nürnberger Betriebsratschef und Lucent-Aufsichtsrat Reynaldo Zavala sagte, in Deutschland würden auf jeden Fall mehrere hundert der insgesamt 3 500 Arbeitsplätze gestrichen, in ganz Europa sollten es mehrere tausend sein. In Nürnberg fielen in der Entwicklung 78 Stellen weg, 150 Stellen in der Neuprodukt-Einführung seien gefährdet. Lucent selbst wollte diese Angaben nicht bestätigen. Endgültige Entscheidungen fielen voraussichtlich auf einer Aufsichtsratssitzung am 13. August.

Vor knapp zwei Wochen hatte der US-Konzern mitgeteilt, weltweit zusätzlich 15 000 bis 20 000 Arbeitsplätze abzubauen. Lucent hat in Deutschland zwei Produktionsstandorte. Während in Nürnberg neben der Entwicklung vor allem GSM-Basisstationen für den Mobilfunk produziert werden, stellt das Augsburger Werk Glasfaserkabel her. Die Glasfaser-Produktion hatte Lucent aber vor kurzem an die japanische Furukawa Electric verkauft, die bisher in Europa nicht vertreten war. Daher seien die 140 Arbeitsplätze als relativ sicher anzusehen, hieß es. Über Europa verteilt hat Lucent nach eigenen Angaben sieben Produktionsstätten in Irland, Spanien, Frankreich und der Ukraine.

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