Lucent
Zwischenruf: Böse Überraschungen

Wer sein Geld noch immer in Aktien des schwer angeschlagenen Telekomausrüsters Lucent investiert hat, ist mittlerweile Kummer gewohnt. Dass es dem einstigen Shootingstar der Branche gelungen ist, die ohnehin schon düsteren Prognosen noch zu übertreffen, ist schon eine Leistung. Wenn auch keine gute. Knapp zwei Milliarden Dollar Verlust im dritten Quartal, die Dividende gestrichen, noch einmal bis zu 20 000 Stellen weniger. Was bleibt da noch übrig, mag sich der verängstigte Anleger fragen. Nicht allzu viel. Zumal Lucent in der Not jetzt auch Produktionsstätten und die Glasfasersparte verschleudern will. Die neuerliche Rosskur wird das Unternehmen bis zu neun Milliarden Dollar im nächsten Quartal kosten. Danach, so die Voraussage von Lucent-Chef Henry Schacht, wird alles besser.

Das Sanierungskonzept des Managers ist ebenso drastisch wie simpel: alles, was unter den heutigen Bedingungen keinen Profit bringt, wird geschlossen oder verkauft. Die Zukunft gewinnt man so nicht. Und das Vertrauen der Investoren schon gar nicht. Wer die Lucent-Aktie dennoch weiter in seinem Depot halten will, der sollte sich jedenfalls gegen neue böse Überraschungen wappnen.

Torsten Riecke leitet das Ressort Meinung & Analyse. Er befasst sich vor allem mit Wirtschafts- und Finanzthemen.
Torsten Riecke
Handelsblatt / International Correspondent
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%