Lücken im europäischen Vermiet-Netz
Sixt verhandelt mit US-Konkurrenten Budget

Der Autovermieter Sixt will nach eigenen Angaben Lücken in seinem europäischen Vermiet-Netz schließen und verhandelt deswegen mit dem US-Konkurrenten Budget.

rtr PULLACH. "Ich kann Gespräche nicht dementieren", sagte ein Sixt-Sprecher am Freitag in Pullach bei München. "Wir versuchen, das Geschäft in Europa zu befördern, indem wir Lücken im Markt schließen und unsere Chancen dazu nutzen". Über welche Teile des Europa-Geschäfts von Budget die beiden Verhandlungspartner genau sprächen, konnte er nicht sagen.

Summen, wie sie am Donnerstag in Verhandlungskreisen bekannt geworden waren, hätten aber nie zur Diskussion gestanden, betonte der Sprecher. Reuters hatte dabei aus kreisen erfahren, dass Budget sein europäisches Franchisenetz für 75 Mill. Dollar an Sixt verkaufen wolle. Dazu kommt ein Fahrzeugbestand von 10 000 Autos im Wert von 200 Mill. Dollar, der aber den Franchisenehmern gehört. Mit der Trennung von seinen Aktivitäten in Europa will Budget den Kreisen zufolge seine Bilanz bereinigen, um sich auf einen Verkauf des US-Geschäfts an die Muttergesellschaft des Konkurrenten Avis, Cendant, vorzubereiten. Bereits in zwei Wochen sei die Unterzeichnung einer Absichtserklärung mit Sixt möglich, hieß es. Die Verhandlungen in München hätten schon vor Wochen begonnen.

Die tief defizitäre Budget Group sei in einer Notsituation und habe Eile, hieß es bei Branchenexperten. Daher könne Sixt günstig an die Budget-Aktivitäten kommen. Die Franchisenehmer litten unter den Problemen der Muttergesellschaft in den USA, was dazu führe, dass Budget eine immer geringere Zahl von Automietern nach Europa bringe, hieß es.

Sixt will erklärtermaßen sein europäisches Netz erweitern, weil Deutschlands größter Autovermieter im Inland nur noch eine begrenzte Expansion für möglich hält. Bisher ist das Unternehmen von Vorstandschef und Großaktionär Erich Sixt in Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Großbritannien und Frankreich über eigene Franchisenehmer vertreten, die dort Gebietsschutz haben. Budget, das bis 1998 mit Sixt in Deutschland kooperiert und sich dann im Streit getrennt hat, verfügt hierzulande nur über ein bis zwei Prozent Marktanteil, ist jedoch in Frankreich und Spanien stark. Nach Ansicht von Branchenexperten könnte Sixt in den Regionen, wo sich die Franchise-Netze überlappen, etwa eine Zweitmarke aufbauen.

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