Luft für reine Online-Firmen aber dünn
Studie: Internet-Handel wächst

Reine Internet-Firmen werden sich trotz guter Wachstumsaussichten des elektronischen Handels künftig laut einer Studie nur schwer behaupten können.

dpa-afx MÜNCHEN. Überlebensnotwendig sei für dieHändler die Kombination mehrerer Vertriebsstrategien, sagte Armin Sohler von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young bei der Vorstellung einer Umfrage unter 7.200 Online-Kunden und Unternehmen am Freitag in München. Der Wert der einzelnen Bestellungen sei trotz der insgesamt steigenden Umsätze oft zu gering, als dass die Firmen auf ihre Kosten kommen könnten.

Gerade der Online-Handel mit Waren von geringem Wert bei hohen Versand- und Rücknahmekosten lasse viele Unternehmen nicht aus den roten Zahlen kommen. Erst ab einem durchschnittlichen Auftragswert von etwa 150 DM rechne sich eine Bestellung. Bislang liege er in Deutschland aber nur bei rund 110 DM. Bei vielen Buchbestellungen mache das Porto oft einen Großteil des Bestellwertes aus.

Siegeszug des elektronischen Handels

Die in zwölf Ländern erhobene Studie belege aber den Siegeszug des elektronischen Handels, so Sohler. Sowohl die Zahl der Einkäufe wie auch ihr durchschnittlicher Wert zeigten nach oben. Dementsprechend werde die Erschließung des elektronischen Handels für bislang eher zurückhaltende, traditionelle Unternehmen zum Muss.

Nach Einschätzung der befragten Firmen und Käufer könnten bis 2005 rund zwölf Prozent der Verkäufe von Kleidung, Accessoires und Spielwaren über das Internet abgewickelt werden. Bereits jetzt stünden Bücher, Musik und Unterhaltungselektronik am höchsten in der Käufergunst. Von diesen Produkten könne in diesem Zeitraum sogar bis zu 25 % elektronisch abgesetzt werden.

Markennamen wichtig

Die Akzeptanz des Online-Handels habe sich erhöht und werde weiter wachsen, sagte Sohler. Markennamen spielten eine wichtige Rolle. So tätigten rund 85 % der deutschen Verbraucher ihre Bestellung von weniger als fünf Internetseiten aus. Hier biete sich eine Chance für etablierte Unternehmen. Ob "Old oder New Economy", ohne ein breites Sortiment sowie strategische Allianzen im Vertrieb und bei der Zahlungsabwicklung sei es aber "kaum zu schaffen".

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