Luft nach oben
Chartkommentar: Euro sendet Kaufsignal

Mit einem kräftigen Satz nach oben imponiert heute der Euro. Die Marke von 0,89 Dollar gerät in Reichweite. Vor allem charttechnische Gründe stehen hinter dem Anstieg. Ein neuer kurzfristiger Aufwärtstrend scheint sich zu bilden.

DÜSSELDORF. Wieder einmal bewegt Alan Greenspan die Märkte - diesmal sind die Devisen an der Reihe. Im Vorfeld einer Anhörung vor dem Gemeinsamen Wirtschaftsausschuss des US-Kongresses, auf der "verhalten optimistische Ausblicke" des US-Notenbank-Chefs erwartet werden, geriet der Dollar unter Druck. Offenbar will Greenspan die Zinsen vor Juni nicht erhöhen. Da zudem viele US-Kapitalanlagen teuer geworden sind, suchen die Investoren andere Anlagemöglichkeiten für ihr Geld.

Doch der Anstieg der Euroland-Währung auf fast 0,89 Dollar am Mittwoch-Vormittag hat auch - bzw. vor allem - technische Gründe. Denn mit dem Euro-Aufschwung über 0,8830 Dollar wurde ein seit Herbst 2001 gültiger Abwärtstrend überwunden (siehe Chart unten). Das zog Stop-Loss-Verkäufe kurzfristige orientierter Dollar-Investoren nach sich (siehe auch Intraday-Chart).

Nun hat der Euro charttechnisch gesehen weitere Luft nach oben. Kurzfristig behindert ihn nur noch die 200-Tage-Linie bei 0,8880 Dollar auf seiner Klettertour. Sollte sie geknackt werden, dürfte einem Anstieg über 0,90 Dollar hinaus nichts mehr im Wege stehen.

Lediglich die Zeit, bis die 90-Cent-Marke fällt, bleibt ungewiss. Ein Szenario: Parallel zum seit Ende Januar 2002 bestehenden Aufwärtstrend lässt sich eine Gerade einzeichnen, die derzeit etwa bei 0,8920 bis 0,8940 Dollar verläuft. Doch im Dreier-Verbund Dollar-Yen-Euro wirken oft schwer einzuschätzende Chart-Kräfte. Das wahrscheinlichere Szenario im Falle einer weiteren Dollar-Schwäche dürfte den Euro nach unserer Einschätzung noch im Frühling auf 0,9040 Dollar treiben. In dieser Zone scheiterte der Euro bereits im Oktober und Dezember 2001 sowie im Januar 2002.

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