Luft- und Raumfahrt
EADS könnten Prognosen übertreffen

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS könnte nach den Worten seines Co-Chefs Rainer Hertrich seine Gewinnziele für 2002 übertreffen.

Reuters ST. GALLEN/MÜNCHEN. Das bisher genannte Ziel von 1,2 Milliarden Euro Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) werde auf jeden Fall erreicht, sagte Hertrich am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters am Rande einer Konferenz in St. Gallen. "Es gibt sogar Potenzial für ein besseres Ergebnis." Eine konkrete Prognose für die Zahl der Flugzeuglieferungen im nächsten Jahr werde EADS, wie bereits angedeutet, erst gegen Ende des zweiten Quartals 2002 machen können.

Erst in der vergangenen Woche hatte der weltweit zweitgrößte Luft- und Raumfahrtkonzern nach Boeing bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das erste Quartal sein Ebit-Ziel von 1,2 (Vorjahr 1,7) Milliarden Euro für 2002 bekräftigt und einen stagnierenden Umsatz prognostiziert. EADS hatte in den ersten drei Monaten angesichts der weltweiten Branchenkrise einen Einbruch beim Auftragseingang um 80 Prozent verzeichnet.

Mit Blick auf die Geschäftsentwicklung im nächsten Jahr sagte Hertrich: "Wir kontaktieren derzeit all unsere Kunden, um unsere Prognosen für 2003 zu bestätigen. Auch im nächsten Jahr wollen wir 300 Flugzeuge ausliefern, wir können aber noch nicht bestätigen, dass dies der Fall sein wird." Für 2002 rechnet der Konzern mit 300 Flugzeuglieferungen.

Hertrich, der sich mit Philippe Camus den Posten des Vorstandschefs bei EADS teilt, sagte, es sei Sache der Aktionäre, die langfristige Führungsstruktur des Konzerns zu bestimmen. Die Doppel-Spitze betrachte er als notwendige Einrichtung in der Startphase von EADS. "Auf längere Sicht wird EADS aber sicherlich zu einer anderen Struktur wechseln", sagte er weiter. EADS, das zu 80 Prozent am Flugzeugbauer Airbus SAS beteiligt ist und mit der Tochter nahezu seinen gesamten Gewinn erzielt, plant Hertrich zufolge keinen Verkauf seiner 46-prozentigen Beteiligung am französischen Flugzeughersteller Dassault Aviation. Die Beteiligung sei eine "reine Finanzanlage", die "absolut nicht" zum Verkauf stünde. Auf längere Sicht sei die Beteiligung ein wichtiges strategisches Investment.

Unterdessen sagte der Chef des mit 15 Prozent an EADS beteiligten französischen Medienunternehmens Lagardere, Jean-Luc Lagardere, auf der Hauptversammlung in Paris seinen Anteil im nächsten Jahr nicht verkaufen zu wollen. Zuvor hatte es geheißen, Lagardere könnte aus dem Investment aussteigen, um Investitionen im Mediengeschäft zu finanzieren.

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