Luft- und Raumfahrtkonzern hält an Jahreszielen fest
EADS bleibt trotz Gewinnrückgang standhaft

Trotz eines stärker als erwartet ausgefallenen Gewinneinbruchs im ersten Quartal hält der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS an seinen Zielen für 2003 fest.

Reuters MÜNCHEN/AMSTERDAM. In den ersten drei Monaten sorgten den Angaben zufolge hohe Entwicklungskosten für den geplanten Super-Jet A380 und geringere Auslieferungszahlen bei Airbus für einen operativen Gewinneinbruch von 59 %. Das Ende des Kriegs im Irak lasse zwar auf eine Besserung des Geschäftsklimas hoffen. Doch könnte die Lungenepidemie SARS künftig belasten, wie Finanzchef Hans Peter Ring warnte. Die EADS-Aktien brachen zunächst in Frankfurt um rund acht Prozent ein, erholte sich dann aber wieder. Bis zum Nachmittag erholten sich die Aktien wieder auf das Vortagesschlussniveau.

"Auf der Grundlage von erwarteten 300 Auslieferungen bei Airbus rechnet das Unternehmen damit, ein Ebit (...) in der Größenordnung des Jahres 2002 zu erzielen", teilte die im MDax und im französischen Leitindex CAC40 gelistete Gesellschaft am Dienstag anlässlich der Hauptversammlung in Amsterdam mit. Auch der Umsatz solle auf Vorjahresniveau verharren. 2002 hatte der zweitgrößte Luft- und Raumfahrtkonzern der Welt nach Boeing bei einem Umsatz von 29,9 Mrd. ? einen operativen Gewinn von 1,43 Mrd. ? verbucht.

Vor Steuern, Zinsen, Goodwill-Abschreibungen und Einmaleffekten (Ebit) verbuchte die EADS im Auftaktquartal 2003 einen Gewinnrückgang auf 130 Mill. ? nach 315 Mill. ? im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich erhöhte sich der Verlust - belastet durch Goodwill-Abschreibungen - auf 93 (Vorjahreszeitraum 25) Mill. ?. Der Umsatz sank zum Teil wegen des schwachen Dollar auf 5,52 (6,4) Mrd. ?. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Ebit von 223 Mill. ? sowie einem Umsatzrückgang um zwölf Prozent auf 5,63 Mrd. ? gerechnet.

Die EADS machte für den operativen Gewinneinbruch neben gestiegenen Forschungs- und Entwicklungskosten für den Super-Jet A380 eine gesunkene Auslieferungszahl bei Airbus-Flugzeugen verantwortlich. Im abgelaufenen Quartal konnte die 80-prozentige EADS-Tochter nur 65 Jets an ihre Kunden übergeben, wovon drei nicht bilanziell berücksichtigt wurden. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 72 gewesen waren. Boeing war in den ersten drei Monaten 2003 hingegen auf 71 gekommen.

"Die Zahlen waren unter unseren Erwartungen", sagte Commerzbank-Analyst Will Mackie, der die EADS-Aktien mit "Reduce" bewertet. Zwar seien die von EADS für das Gesamtjahr genannten Ziele noch immer erreichbar. Der starke Euro und die wegen SARS schwache Luftfahrt in Asien hätten das Risiko aber erhöht, dass der Konzern seine Planung verfehle. Die EADS wies darauf hin, dass die Auslieferungen bei Airbus traditionell im zweiten und vierten Quartal stärker ausfielen.

Bei Airbus - die im Vorjahr für 95 % des operativen Gewinns der EADS sorgten - sank das Ebit um 58 % auf 166 ?, während sich der Umsatz auf 3,78 (4,65) Mrd. ? verringerte. Dafür steigerte der Flugzeugbauer seinen Auftragseingang auf 3,42 (1,26) Mrd. ?.

Finanzchef Ring zufolge steht die Entscheidung über die Triebwerksausstattung des seit Jahren in der Planung befindlichen europäischen Militär-Transportflugzeugs A400 M unmittelbar bevor. Ring wies darauf hin, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages am Mittwoch zusammentrete, um den Start des gesamten Projekts zu beschließen. Allerdings gebe es Signale, dass die Bundesregierung zuvor noch die Entscheidung über die Vergabe der Triebwerke abwarten wolle.

Um den milliardenschweren Auftrag konkurriert das europäische Konsortium EuroProp International (EPI) mit der kanadischen Pratt & Whitney (P&W), einer Tochter des US-Konzerns United Technologies. Airbus hatte zuletzt gesagt, das Unternehmen tendiere zur kanadischen Offerte, da diese um 20 % günstiger als die der Europäer sei.

Das Sorgenkind des Konzerns - die defizitäre Raumfahrtsparte - verringerte ihren operativen Verlust auf 21 (33) Mill. ?. Ring sagte, die geplanten Restrukturierungskosten in dem Bereich von insgesamt 280 Mill. ? würden überwiegend im laufenden Jahr anfallen, der größte Teil mit etwa 150 Mill. ? bereits im zweiten Quartal. Das Auftaktquartal sei diesbezüglich hingegen noch frei von Sonderbelastungen gewesen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%