Luftangriff
Militante Palästinenser-Anführer in Dschenin getötet

Zwei Anführer militanter Palästinenser-Gruppen sind am Dienstag im Westjordanland bei einer Explosion getötet worden, die Augenzeugen zufolge durch einen israelischen Luftangriff ausgelöst wurde. Die beiden seien in einem Haus im Flüchtlingslager Dschenin im Norden des Westjordanlandes von einem F-16-Kampfjet mit einer Rakete beschossen worden.

Reuters DSCHENIN. Krankenhausvertreter identifizierten einen der beiden Toten als Ala'a Sabbagh. Er soll die militanten El-Aksa-Brigaden im Raum Dschenin befehligt haben. Die Gruppe steht in Verbindung mit der Fatah-Organisation von Palästinenser-Präsident Jassir Arafat. Der andere Tote sei Imad Nascharti von den Kassam-Brigaden, dem militärischen Ableger der israel-feindlichen Gruppe Hamas.

Die El-Aksa-Brigaden und die Hamas werden für zahlreiche Selbstmordanschläge in Israel verantwortlich gemacht. Sie haben auf gezielte Tötungen ihrer Führungsmitglieder durch Israel mehrfach mit Gewaltakten reagiert.

Ein Reuters-Korrespondent beobachtete, wie eine F-16 das Flüchtlingslager überflog und ein Leuchtspurgeschoss abfeuerte. Er sah jedoch nicht, dass Raketen abgefeuert wurden. Palästinensischen Sicherheitskreisen zufolge hatte Israel seit Monaten nach den beiden getöteten Männern gefahndet. Die israelische Armee gab zunächst keine Stellungnahme ab. Aus Militärkreisen verlautete, der Angriff sei nicht von der israelischen Armee ausgeführt worden. In der Vergangenheit hat neben dem Militär auch der israelische Geheimdienst Schin Bet mehrfach militante Palästinenser gezielt getötet. Israel betrachtet die international kritisierten gezielten Tötungen angesichts palästinensischer Selbstmordanschläge im eigenen Land als Selbstverteidigung. Die Palästinenser sehen darin hingegen staatlich geförderte Attentate.

Die israelische Armee war am Dienstag vorübergehend mit Panzern in den Gaza-Streifen eingerückt und hatte dort das Haus eines Hamas-Mitglieds in die Luft gesprengt. Augenzeugen berichteten, Dutzende Panzer und gepanzerte Fahrzeuge seien bei der Aktion in Deir el Balah von Hubschraubern unterstützt worden. Die israelische Armee setzte damit die Militäraktionen fort, die sie vergangene Woche als Reaktion auf den palästinensischen Selbstmordanschlag mit elf toten Israelis begonnen hatte.

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