Luftfahrt
Briten erlassen Flugverbot für Concorde

Nach Auffassung der Luftfahrtbehörde darf ein geplatzter Reifen alleine nicht zu einer Explosion führen, wie sie am 25. Juli in Paris zum Tod von 113 Menschen führte.

dpa LONDON/PARIS. Die britische Luftfahrtbehörde hat am Mittwoch offiziell bis auf weiteres ein Flugverbot gegen das Überschallflugzeug Concorde erlasen. Der vorläufige Entzug der Verkehrszulassung wurde damit begründet, dass ein Platzen des Reifens alleine nicht zu einer Explosion führen dürfe, wie sie am 25. Juli in Paris zum Tod von 113 Menschen führte.

In Frankreich wollte dagegen die zuständige Behörde erst bei einem Treffen am Donnerstag über einen möglichen vorläufigen Entzug der Zulassung für alle zwölf Concordes entscheiden. Aus britischer Sicht geht es bei diesem Treffen aber nur noch um die Bedingungen, unter denen die Zulassungssperre wieder aufgehoben werden könnte.

Wie erwartet legte aber am Mittwoch die französische Flugunfall- Untersuchungsbehörde BEA gemeinsam mit ihrem britischen Gegenstück AAIB ihre Empfehlung vor, die Concorde-Zulassung auszusetzen. In dem Schreiben an die Luftfahrt-Behörden beider Länder führen sie die verhängnisvolle Auswirkung eines platzenden Reifens bei der abgestürzten Concorde als Grund an. Die Maschine war kurz nach dem Start abgestürzt, weil nach ersten Erkenntnissen Reifenteile einen Tragflächentank durchschlugen und eine verhängnisvolle Kettenreaktion auslösten.

Nach Angaben der britischen Luftfahrtbehörde sind bereits sieben Mal Benzintanks der Concorde durch umherfliegende Teile beim Start durchschlagen worden. In allen diesen Fällen habe es sich aber um metallene Gegenstände gehandelt. Erst bei dem Unfall in Paris sei klar geworden, dass auch ein Gummiteil eines geplatzten Reifens den Tank durchschlagen könne.

Der Chef der britischen Civil Aviation Authority (CAA), Sir Malcolm Fields, sagte in London, das Flugverbot werde gelten, bis hinreichende Maßnahmen getroffen worden seien, um zu verhindern, dass ein platzender Reifen derartige Folgen habe. Es sei ausdrücklich Teil jeder Flugzeug-Zulassung, dass ein Reifenplatzer nicht solche Auswirkungen habe. Dies sei bei der Concorde offensichtlich nicht gewährleistet.

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