Luftfahrt
Cargolifter AG stellt Insolvenzantrag

Die Berliner Cargolifter AG hat heute - nach wochenlangem Überlebenskampf - Insolvenzantrag gestellt. Die kleine Unternehmensgruppe war bereits seit Wochen in den Schlagzeilen.

vwd/dpa FRANKFURT/BERLIN/POTSDAM. Die im MDax notierten Aktien der CargoLifter AG sind am Freitag seit 16 Uhr bis voraussichtlich 17 Uhr vom Handel ausgesetzt. Der letzte Kurs vor dem Handelsstopp lag bei 0,77 Euro, ein Minus von 8,3 Prozent oder 0,07 Euro.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde vom Amtsgericht Cottbus der Rechtsanwalt Rolf-Dieter Mönning bestellt. Vor einer Woche hatte bereits die wichtigste Tochtergesellschaft Insolvenzantrag gestellt. Wegen der massiven Finanzprobleme hatte CargoLifter sein wichtigstes Projekt kürzlich aufgeben müssen, den Bau eines Luftschiffs zum Transport von riesigen Lasten.

Auf dem Spiel stehen 500 Arbeitsplätze, die meisten davon im brandenburgischen Brand. Dort solle nun "eine Erhaltungslösung entwickelt und umgesetzt werden", hieß es in der Mitteilung. Dazu soll auch der Firmensitz nach Brand verlagert werden. Dort befindet sich bereits die Werfthalle zum Bau der Luftschiffe. Die 1996 gegründete CargoLifter AG hat 13 Tochtergesellschaften.

Auf der Suche nach privatem Kapital handelte sich Firmenchef Carl von Gablenz zahlreiche Absagen ein. Auch der Bund und das Land Brandenburg wollten keine Finanzmittel zur Verfügung stellen. In die Entwicklung eines Luftschiffes für Lasten bis zu 160 Tonnen flossen bereits mehr als 300 Millionen Euro, ohne dass es vom CL 160 einen Prototypen gibt.

Mönning gehört zu den renommiertesten deutschen Insolvenzverwaltern. Der 54-Jährige ist Mitinhaber einer Anwaltskanzlei mit Stammsitz in Aachen, die auch eine Niederlassung in Cottbus hat. In jüngster Zeit war Mönning unter anderem mit der Rettung der Modemarke Cinque und dem Dresdner Herzzentrum beschäftigt.

Das Wirtschaftsministerium in Potsdam hat dem Luftschiffbauer CargoLifter nach dem jüngsten Insolvenzantrag für das Gesamtunternehmen Unterstützung zugesagt. "Wir werden unsere Möglichkeiten ausschöpfen, um die Technologie am Standort zu erhalten", sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Fürniß (CDU) in Potsdam. "Wir sind mit dem Insolvenzverwalter im Gespräch." Der Antrag für das Gesamtunternehmen kam laut Fürniß nach den Ereignissen der vergangenen Wochen nicht unerwartet.

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