Luftfahrtbranche fasst Tritt
Rekordverlust bei British Airways

Die Luftfahrtbranche hat das Schlimmste überstanden. British Airways hat am Montag geringere Verluste als erwartet gemeldet. Das bestätigt einen leichten Aufwärtstrend in der Branche.

slo LONDON. Mehr als ein halbes Jahr nach dem tiefen Einbruch des Luftverkehrs hat die Branche offenbar das Steuer herumgerissen. Gestern hat zwar Europas größte Fluggesellschaft British Airways einen Rekordverlust von 200 Mill. £ (318 Mill. Euro) für das vergangene Gechäftsjahr gemeldet. Doch das Minus fiel wesentlich geringer aus als Analysten erwartet hatten. Der kräftige Sparkurs, den sich das Unternehmen nach den Terroranschlägen des 11. September 2001 verordnet hat, zeigt allmählich Wirkung.

Damit geht es der britischen Fluggesellschaft so wie der Konkurrenz. Bereits in den vergangenen Wochen waren die Lufthansa und die skandinavische SAS mit ähnlich positiven Nachrichten auf den Markt gekommen. Sie flogen kleinere Verluste ein als vorhergesagt oder überraschten mit optimistischen Aussichten. Singapore Airlines legte am Freitag vor Pfingsten sogar einen Reingewinn vor, der deutlich über den Prognosen lag.

British Airways hat seine Kosten vor allem im vierten Quartal des vergangenen Geschäftsjahres, das im März endete, enorm gesenkt: Der Nettoverlust zwischen Januar und März sank daher auf 43 Mill. £ (68 Mill. Euro) - nach einem Minus von knapp 200 Mill. £ im Vorjahreszeitraum.

Branchenexperten reagierten mit Lob auf die jüngsten Zahlen: British Airways habe recht viel versprechende Ergebnisse vorgelegt, sagte ein Analyst von Merrill Lynch. Bei Dresdner Kleinwort Benson hieß es, das Kostensenkungsprogramm habe eine Trendwende bei der Fluggesellschaft eingeleitet. Das schlimmste habe das Unternehmen hinter sich, sagte ein Fondsmanager. Der Aktienkurs stieg im Tagesverlauf um mehr als 4 % auf 245 Pence.

British Airways hat in den vergangenen Monaten massiv Stellen abgebaut und Flugverbindungen gestrichen. Konzernchef Rod Eddington kündigte gestern an, weiterhin an der Kostenschraube zu drehen. Das Unternehmen könne nur durch striktes Kostenmanagement die Performance verbessern, da mehr Umsatz in den nächsten Monaten nicht zu erwarten sei. Eddington erwartet eine weiterhin schwache Nachfrage, weil die Menschen nach wie vor Angst vor weiteren Terroranschlägen hätten. Die British-Airways-Aktionäre dürften deshalb vorerst nicht mit einer Dividende rechnen.

Seit den Terroranschlägen in New York steckt die Luftfahrtbranche weltweit in der Krise. Betroffen sind vor allem die großen Anbieter mit umfassenden Verbindungsnetzen und teurem Service an Bord. British Airways macht zudem die wachsende Konkurrenz durch Billigflieger wie Ryanair und Easyjet zu schaffen. Daher setzt die britische Traditions-Airline künftig ebenfalls auf Billigangebote, um einen Teil der abgewanderten Kunden zurückzugewinnen.

Um die Gewinnzone wieder zu erreichen, will Eddington die Beschäftigtenzahl in den nächsten zwei Jahren um etwa ein Viertel reduzieren. Pro Jahr will er 650 Mill. £ einsparen.

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