Luftfahrtkrise
Luftfahrt-Industrie fordert mehr Subventionen

Wegen der Krise des zivilen Luftverkehrs fordert die deutsche Luftfahrt-Industrie mehr Subventionen und Erleichterungen für Fusionen auch in Europa.

dpa-afx BERLIN. Durch die staatlichen Hilfen für die US-Luftfahrt gebe es eine Wettbewerbsverzerrung zwischen Europa und den USA, kritisierte der Präsident des Branchenverbandes BDLI, Rainer Hertrich, am Montag in Berlin. Die Europäische Kommission solle staatliche Hilfen und auch grenzüberschreitende Zusammenschlüsse erleichtern, forderte Hertrich, der auch Chef des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS ist. Zur Branchenlage sagte er: "Niemand kann voraussagen, welche Dauer und welches Ausmaß die Krise haben wird."

Nach den Attentaten vom 11. September seien Nachfrage und Preise vor allem auf den wichtigen Nordatlantik-Strecken massiv eingebrochen, betonte Hertrich. Dies habe sich die amerikanische Industrie dank der Staatshilfen leichter leisten können. "Die Europäische Union wäre gut beraten, den Airlines eine gleichwertige Unterstützung zu geben", sagte der Chef des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI). "Kurzfristig und konzertiert" sollten ähnliche Maßnahmen ergriffen werden wie in den USA. Gleichzeitig sollten die Rahmenbedingungen für Firmenfusionen geändert werden. Die Konsolidierung der Branche müsse erleichtert werden, "weil wir sonst eine Swissair und eine Sabena auch an anderer Stelle erleben werden", betonte Hertrich mit Blick auf die Airline-Pleiten in der Schweiz und Belgien.

Trotz der derzeitigen Krise werde das Airbus-Großraumflugzeug A380 kommen wie geplant, betonte Hertrich. Das spektakuläre Milliardenprojekt, das unter anderem in Hamburg Tausende Arbeitsplätze sichern soll, werde "ohne Abstriche weiter geführt". Die Fluggesellschaften hätten ab dem Jahr 2006 Bedarf an dem Flugzeug signalisiert. Der A380 soll den "Jumbo-Jet" des amerikanischen Airbus-Konkurrenten Boeing als größtes Passagierflugzeug der Welt ablösen. EADS ist mit 80 % wichtigster Airbus-Anteilseigner vor der britischen Bae.

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