Lufthansa-Aktie im Sinkflug: US-Daten helfen deutschen Aktien nicht

Lufthansa-Aktie im Sinkflug
US-Daten helfen deutschen Aktien nicht

Trotz guter Unternehmensdaten und Konjunkturindikatoren aus den USA haben die deutschen Aktienmärkte am frühen Dienstagabend ihre Gewinne vom Mittag wieder abgegeben und kaum verändert tendiert. "Der zwischenzeitliche Anstieg im Dax war offensichtlich limitiert. Nach jeder guten Nachricht kommt es schnell wieder zu Gewinnmitnahmen", sagte ein Düsseldorfer Aktienhändler. Für eine stärkere Kurserholung seien die Daten noch nicht nachhaltig genug.

Reuters FRANKFURT. Im Mittelpunkt des Handels standen unter anderem die Titel der Lufthansa, die Händlern zufolge wegen eines bevorstehenden Streiks bei einer ihrer Tochtergesellschaften und Aussagen zum Geschäftsergebnis 2001 unter Druck gerieten. Der Dax notierte am späten Nachmittag mit 5 071 Zählern zum Vortagesschlusskurs praktisch unverändert. Der Nebenwerte-Index MDax lag 0,51 Prozent im Plus bei 4 416 Stellen.

Aus den USA kamen zuvor durchweg positive Meldungen: Der US-Onlinehändler Amazon.com hat im abgelaufenen Quartal erstmals in der Firmengeschichte einen Gewinn erwirtschaftet, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. In New York legten die Papiere darauf rund 22 Prozent zu. Der US-Telekomausrüster Lucent hat unterdessen seinen Verlust im Rahmen der Erwartungen auf 0,23 Dollar je Aktie verringert, nach 0,42 Dollar je Aktie im Vorjahreszeitraum. Lucent-Anteile stiegen um 4,33 Prozent. Bei der drittgrößten US-Bankengruppe Bank of America haben nach Firmenangaben höhere Einnahmen aus dem Kreditkarten- und Hypothekengeschäft für einen Anstieg des Quartalsgewinns um fast 50 Prozent gesorgt.

Und auch die neuesten Konjunkturdaten spielten mit: Der Index der US-Frühindikatoren des Wirtschaftsinstituts Conference Board stieg im Dezember indes um 1,2 Prozent und damit wesentlich deutlicher als erwartet. Analysten hatten lediglich mit einem Plus von 0,8 Prozent gerechnet. Nach Angaben des Conference Board handelt es sich um den größten Anstieg seit Februar 1996.

Die deutschen Aktien beeindruckten die Nachrichten wenig. Auf der Seite der Kursverlierer standen die Titel der Lufthansa weit oben. Sie gaben um mehr als zwei Prozent auf 17,07 Euro nach. Mitten in der Luftfahrtkrise stehen der Fluggesellschaft mit einem drohenden Pilotenstreik bei der Tochter City Line und einem Rückschlag im Streit mit der Billigkonkurrenz Germania neue Probleme ins Haus. Lufthansa rechnet nach Angaben ihres Personalvorstands Stefan Lauer zudem für 2001 mit einem Nettoverlust, erwartet für 2002 aber einen leichten Gewinn. Mit Blick auf Lauers Aussagen sagte Fondsmanager Stephan Thomas von Frankfurt Trust, es handele sich dabei offenbar um einen Fingerzeig in Richtung Arbeitnehmer, in künftigen Tarifverhandlungen keine allzu hohen Forderungen zu stellen.

Eon-Titel fielen um 0,49 Prozent auf 58,51 Euro. Nach Aussagen von Politikern der Regierungskoalition und der Opposition trifft eine Ministererlaubnis für die Übernahme des Gasunternehmens Ruhrgas durch Eon auf Vorbehalte.

Zulegen konnten dagegen die Papiere des Chip-Herstellers Infineon. sie gewannen um mehr als ein Prozent, obwohl das Unternehmen auch im laufenden Geschäftsjahr einen erneuten Milliarden-Verlust für möglich hält. Ein Händler sagte, Infineon erhole sich damit nur von seinen Vortagesverlusten. Der Ausblick des Unternehmens sei jedoch nicht gut. Epcos und SAP stiegen um jeweils rund ein Prozent.

Freundlich tendierten auch die Automobil-Titel im Dax. Volkswagen legte 2,31 Prozent zu, BMW 1,25 Prozent. "Die US-Vorgaben für Standardwerte spielen hier eine wichtige Rolle", sagte ein Börsianer.

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