Lufthansa-Aktie mit deutlichen Verlusten
Gewinnmitnahmen schwächen Dax

Schlechte Unternehmenszahlen haben am Dienstag die Stimmung an der Frankfurter Börse getrübt. Vor allem die Aktie der Lufthansa geriet nach Vorlage des vorläufigen Ergebnisses unter Druck. Zu den wenigen Gewinnern im Deutschen Aktienindex zählten die Titel von Schering.

DÜSSELDORF. Acht fette Jahre hatte die Deutsche Lufthansa seit 1993 hinter sich. Damit war es gestern erst einmal vorbei. Die Fluggesellschaft meldete für das Jahr 2001 einen Vorsteuerverlust von 754 Mill. Euro, im Jahr 2000 hatte die Lufthansa noch mit einem Plus von 1,2 Mrd. Euro glänzen können. Außerdem will der Konzern keine Dividende zahlen. Im Vorjahr hatte die Lufthansa noch 0,60 Euro je Aktie an ihre Anteilseigner ausgeschüttet. Der Markt reagierte prompt, der Kurs sackte um 6,2 % ab. Damit setzte sich die Airline an die Spitze der Verlierer im Deutschen Aktienindex (Dax). Der Dax war am Morgen schon etwas leichter in den Handel gestartet, später bröckelten die Kurse dann weiter ab. Zum Schluss lag der Leitindex mit 1,2 % im Minus bei 5 276 Punkten.

Viele Verlierer, wenige Gewinner, lautete das Motto auf dem Parkett. Vor allem schwache Unternehmensdaten trübten nach Aussage von Händlern die Stimmung. Auch aus Wolfsburg kamen schlechte Nachrichten. Der Volkswagen-Konzern meldete sinkende Absatzzahlen für das erste Quartal. Die Aktie des Autobauers gab darauf hin um 2,2 % nach.

Enttäuschende Zahlen des finnischen Handyherstellers Nokia und des US-Telekomausrüsters Lucent übten Druck auf die deutschen Technologiewerte aus. Die Papiere von Infineon fielen um 3,3 %, Epcos um 2,4 % und Siemens rutschten mit 2,6 % ins Minus. Die Aktien der Deutschen Telekom mussten Einbußen von 2,2 % verkraften.

Auch Banken und Versicherungen litten unter Kursverlusten. Die Titel der Commerzbank sackten um 1,6 % ab, die Aktien der Deutschen Bank fielen um 1,8 %.

Neben den schlechten Nachrichten belasteten auch Gewinnmitnahmen die Kurse, sagte Heinz Storck, Analyst beim Maklerhaus Fritz Nols. Das sei nach dem deutlichen Anstieg der vergangenen Tage allerdings von vielen erwartet worden. Deshalb hätten die Gewinnmitnahmen die Stimmung auch nicht sonderlich getrübt.

"Ende der Woche kann der Trend auch wieder etwas nach oben gehen", meinte Storck. Außerdem erwartet der Analyst, dass sich der Präsident der US-Notenbank, Alan Greenspan, bei seiner Rede am Mittwoch zwar vorsichtig, aber trotzdem optimistisch äußern wird.

Zu den wenigen Gewinnern im Dax zählten die Titel des Pharmakonzerns Schering mit einem Plus von 1,2 %. Analyst Storck erklärte dies damit, dass das Unternehmen die Aufwärtsbewegungen der vergangenen Wochen nicht so stark mitgemacht habe wie einige andere Werte. Auch die Aktie des Sportartikelherstellers Adidas-Salomon aus dem fränkischen Herzogenaurach konnte mit einem Plus von 1,1 % deutlicher zulegen.

Etwas besser als der Dax schnitt der Nebenwerte-Index MDax ab. Das Kursbarometer fiel um 0,4 % auf 4 418,84 Punkte. Die Aktien des Mischkonzerns Babcock-Borsig sackten allerdings um über 13 % ab, nachdem das Unternehmen einen Teilverkauf der Schiffswerft HDW angekündigt hatte. Analysten machten Zweifel über die künftige Strategie des Konzerns für den Einbruch verantwortlich.

Die Tendenz an den Regionalbörsen war uneinheitlich. Die Börsen in Stuttgart und München zeigten sich gut behauptet, Hannover und Berlin tendierten knapp behauptet, Hamburg und Düsseldorf präsentierten sich kaum verändert und Bremen etwas leichter.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%