Lufthansa-Aktien wurden gemieden
Sorgen über US-Wirtschaft drücken Dax ins Minus

Die Äußerungen von Alan Greenspan und die wirtschaftliche Abkühlung in den USA haben den Dax am Freitag unter Druck gesetzt. Mit 6 223 Punkten schloss er 0,88 % unter seinem Vortagesschluss.

Reuters FRANKFURT. Äußerungen von US-Notenbankpräsdent Alan Greenspan und durch neue Konjunkturdaten genährte Sorgen über die wirtschaftliche Abkühlung in den USA haben den Deutschen Aktienindex (Dax) am Freitag Händlern zufolge bei geringen Umsätzen unter Druck gesetzt. Vor allem konjunkturabhängige Titel wie die der Lufthansa würden gemieden, sagten Marktteilnehmer. Allerdings werde die Aktie der Fluggesellschaft auch von dem weiter bestehenden Tarifkonflikt mit den Piloten belastet. Daneben gehörten Bankentitel und die Aktien des Versorgers Eon zu den Verlierern. Mit 6 223 Punkten schloss der Dax 0,88 % unter seinem Vortagesschluss. Am Neuen Markt gab der Nemax-All-Share-Index um 0,2 % auf 1900 Zähler nach.

US-Notenbankchef Alan Greenspan hatte am Donnerstagabend (Ortszeit) erneut vor einer weiteren Abschwächung der US-Konjunktur gewarnt. Nach den Worten des Fed-Chefs könnte sich das Wirtschaftswachstum in den USA stärker abschwächen als bisher angenommen. Dies könne weitere geldpolitische Schritte nötig machen. Der Notenbank-Chef äußerte jedoch zugleich die Einschätzung, dass die bisherigen Zinssenkungen der Fed in diesem Jahr bis zum Jahresende die Wirtschaft beträchtlich unterstützen dürften.

Die am Nachmittag vom US-Handelsministerium veröffentlichten Wirtschaftsdaten zeigten, dass die US-Konjunktur im ersten Quartal deutlich langsamer gewachsen war als ursprünglich angenommen. Demnach legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Berichtszeitraum zum Vorjahr real um lediglich 1,3 % statt der ursprünglich geschätzten 2,0 % zu. Der Auftragseingang für langlebige Güter fiel nach Angaben des US-Handelsministeriums im April um 5 %, nachdem er im März noch ein Plus von revidiert 2,2 % verbucht hatte. "Hier stellt sich jetzt die Frage: Handelt es sich um eine Stagnation oder kommt es wirklich zu einer Rezession?", sagte Oliver Hauer, Aktienhändler bei M.M. Warburg. Angesichts dieser Bedenken hielten sich viele Anleger derzeit mit Engagements zurück, was sich in den dünnen Umsätzen widerspiegele, fügte der Experte hinzu. Zudem hielten sich Anleger auf Grund der am Montag in den USA und in Großbritannien anstehenden Feiertage zurück.

Am deutschen Aktienmarkt führten die Titel der Lufthansa die Liste der Verlierer mit einem Minus von 3,2 % auf 21,95 Euro an. Händler sagten, Investoren warteten auf Neuigkeiten über das Schlichtungsverfahren im Tarifstreit mit den Piloten, zudem belasteten charttechnische Faktoren das Papier. Mit einem Abschlag von rund 3 % auf 57,80 Euro folgten die Aktien von Eon , was Händler auf Gewinnmitnahmen zurückführten, nachdem die Titel am Vortag im Sog einer Empfehlung einer Investmentbank deutlich zugelegt hatten.

Die Finanzwerte im Dax präsentierten sich ebenfalls schwach. Christian Schmidt von der Hessischen Landesbank sagte, schwindende Hoffnungen auf eine Zinssenkung der Europäischen Zentralbank belasteten die Titel. EZB-Chefvolkswirt Otmar Issing hatte in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der belgischen Tageszeitung "L'Echo" gesagt, das Niveau der Leitzinsen in der Euro-Zone sei derzeit angemessen.

Die Titel der Deutschen Bank sowie die der Hypovereinsbank gaben um bis zu 2,8 % nach. Die Aktien der Commerzbank fielen um 0,4 % auf 31,72 Euro. Auf der Hauptversammlung in Frankfurt hatte die Investorengruppe Cobra zuvor die Rücknahme ihres Misstrauensantrags gegen den Commerzbank-Vorstand bestätigt.

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