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Lufthansa empfiehlt die Bahn nach Paris

Wegen des 24-stündigen Fluglotsenstreiks in Frankreich kann die Lufthansa am Montag nur rund jeden siebten Passagier nach Paris oder ab Paris mitnehmen. "Wir können nur 1 000 von 6 700 Plätzen anbieten", sagte Lufthansa-Sprecherin Monika Göbel. "Wer kann, sollte Paris am Montag streichen - oder mit der Bahn fahren."

dpa FRANKFURT/PARIS. Die Deutsche Bahn werde zusätzliche Züge zwischen Frankfurt und Paris einsetzen, falls Engpässe erkennbar würden, sagte ein Bahnsprecher. Allerdings gebe es bisher noch freie Plätze in den planmäßigen Zügen.

Nach Angaben der französischen Luftverkehrsbehörde DGAC werden in Frankreich am Montag zwischen 80 und 90 % der Flüge ausfallen. Die französische Bahn will daher 15 zusätzliche TGV- Hochgeschwindigkeitszüge einsetzen. Betroffen sind auch Flüge, die durch französischen Luftraum führen. Lediglich die Hälfte dieser täglich rund 3 000 Transitflüge soll sicher gestellt werden. Zu dem Ausstand aufgerufen haben alle Gewerkschaften der französischen Fluglotsen, die damit gegen Liberalisierungsbeschlüsse der Europäischen Kommission protestieren.

Nur wenige Plätze

Die Deutsche Lufthansa habe vier Paris-Flugpaare zugesprochen bekommen und setze dafür besonders große Flugzeuge ein, sagte Göbel. Dennoch musste sie die Mehrzahl der Frankreichflüge streichen. Auch die französische Fluggesellschaft AOM hat nur wenige Plätze. Air France lässt 85 % ihrer Inlands- und Mittelstreckenflüge in Europa sowie 40 % bei den Langstrecken ausfallen.

Die spanische Flughafenbehörde AENA berichtete, der Streik betreffe den gesamten Flugverkehr zwischen Spanien und Mittel- und Nordeuropa - auch die Urlauberflüge zu den Balearen und den Kanarischen Inseln. Die Behörde erwartet, dass nur 30 % der normalerweise über Frankreich hinwegfliegenden Maschinen die übliche Route nehmen können. Nach Absprachen mit Großbritannien und Irland soll ein Teil der Flüge um Frankreich herum über den Atlantik umgeleitet werden. Bei den Routen zwischen Spanien und Süddeutschland sowie nach Italien und Osteuropa soll auf den algerischen Luftraum ausgewichen werden.

British Airways hat gewarnt, dass möglicherweise alle Flüge zwischen Großbritannien und Frankreich ausfallen könnten. Wer nicht unbedingt fliegen müsse, solle auf das Angebot eines Alternativtickets eingehen. Ein Teil der Frankreich-Reisenden soll auf die Eurostar-Züge nach Lille und Paris umdisponiert werden.

Entspannung ab Dienstag

In Belgien wurden Befürchtungen laut, das zu erwartende Chaos im Flugverkehr könne auch Fußballfans treffen, die sich Spiele der Europameisterschaft anschauen wollen. Regierungskreise wiesen laut der Nachrichtenagentur Belga darauf hin, dass zudem am 2. Juli, dem Tag des EM-Endspiels, die niederländischen Eisenbahner streiken wollten.

Der am Montagmorgen beginnende Fluglotsenstreik soll bis Dienstagmorgen dauern. Erst dann werde sich die Lage in der Luft wieder entspannen, sagte Lufthansa-Sprrcherin Göbel. Welche Flugverbindungen betroffen sind, können Lufthansa-Passagiere über eine Hotline erfahren: 0180 38 03 803.

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