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Lufthansa-Ergebnis möglicherweise besser als erwartet

Positive Stimmung beim deutschen Kranich: Der Gewinn der Fluglinie soll um mehrere Prozentpunkte besser ausfallen als das schon prognostizierte Gewinnplus von 10-15%. Spekuliert wird auch über einen Zukauf der britischen Preussag-Tochter Thomas Cook

Reuters FRANKFURT: Das Geschäftsergebnis der Deutschen Lufthansa wird einem Zeitungsbericht zufolge besser ausfallen als bislang erwartet. Die in Hamburg erscheinende "Welt am Sonntag" berichtete ohne Angaben von Quellen, der Gewinn der Fluglinie dürfte "um einige Prozentpunkte höher ausfallen" als die bislang vom Unternehmen in Aussicht gestellte Verbesserung des operativen Ergebnisses um zehn bis 15 Prozent. Diese Gewinnsteigerung werde trotz des deutlich gestiegenen Ölpreises erreicht, der auf die Treibstoffkosten der Fluggesellschaft negativ durchschlage. Zudem soll die Lufthansa-Beteiligung C&N vor der Übernahme des britischen Tourimus-Anbieters Thomas Cook für mehr als zwei Milliarden DM stehen.

Das Geschäftsergebnis der Lufthansa wird dem Bericht der "Welt am Sonntag" zufolge von dem jüngsten Treibstoffpreisanstieg nicht getroffen. Die Zeitung zitierte Konzern-Chef Jürgen Weber mit den Worten, die Lufthansa habe erreicht, dass "schlimmere Folgen" durch den Ölpreisanstieg verhindert wurden. So werde die Lufthansa nahezu den gesamten Treibstoffbedarf des laufenden Jahres und mehr als 60 Prozent des kommenden Jahres zur Hälfte des gegenwärtigen Marktpreises beziehen.

Lufthansa sei willens 700 Millionen Pfund für Thomas Cook zu zahlen



Nach der Niederlage bei einem Bietergefecht mit der Preussag steht das Gemeinschaftsunternehmen von Karstadt Quelle und Lufthansa, C&N Touristic AG, einem Zeitungsbericht zufolge vor dem Zukauf der britischen Preussag-Tochter Thomas Cook. Die zweitgrößte deutsche Tourismusfirma will bis zu 700 Millionen Pfund (2,233 Milliarden DM) für Thomas Cook zahlen, berichtete der "Sunday Telegraph". Thomas Cook lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. C&N hatte zuletzt weiteres Wachstum im Ausland angekündigt.

Thomas Cook gehört mehrheitlich zu Preussag, weitere Anteile gehören dem US-Unternehmen Carlson Companies und der Westdeutsche Landesbank. Im Zuge der geplanten Übernahme der britischen Tourismusfirma Thomson Travel hatte Preussag den Verkauf von Thomas Cook angekündigt, wobei eine Abtretung an Carlson bevorzugt wird. Mit dem Verkauf will Preussag kartellrechtliche Bedenken wegen des Zukaufs von Thomson Travel ausräumen.

EU-Kommission plant Start- und Landerechte zu entziehen

Die EU-Kommission plant unterdessen einem Magazinbericht zufolge den Wettbewerb im europäischen Luftverkehr weiter anzufachen. Wie das Magazin "Der Spiegel" am Wochenende vorab berichtete, sollen den nationalen Luftfahrtgesellschaften in den kommenden Wochen teilweise ihre Start- und Landerechte entschädigungslos entzogen werden. Diese sogenannten Slots, die den Fluggesellschaften kostenlos eingeräumt werden, sollen den Angaben zufolge an Neubewerber in der Branche verteilt werden. Ein Beschluss hierzu soll dem Magazinbericht zufolge in den nächsten Wochen fallen.

Die Forderung der Fluggesellschaften nach einer Entschädigung für den Entzug der Slots habe die für den Luftverkehr zuständige EU-Kommissarin Loyola de Palacio abgelehnt, berichtete das Magazin. Weiterhin sei geplant, die Sicherheitsstandards im Luftverkehr von einer europäischen Agentur festzulegen. Den EU-Staaten soll auch die Kontrolle des zivilen Flugverkehrs entzogen und einer EU-Behörde anvertraut werden. Rund 90 Prozent der militärischen Flüge blieben aber unter der Kontrolle der Mitgliedsstaaten, hieß es.

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