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Lufthansa erwartet keine Einigung mit Bundeskartellamt

Im Preisstreit mit der Billigfluggesellschaft Germania auf der Strecke Frankfurt-Berlin geht die Deutsche Lufthansa nicht mehr von einer Einigung mit dem Bundeskartellamt aus.

Reuters FRANKFURT. Die Lufthansa rechne in den kommenden zwei Wochen mit einer Untersagungsverfügung vom Kartellamt, sagte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch in Frankfurt. Das Bundeskartellamt hatte die Lufthansa vergangene Woche abgemahnt und ihr vorgeworfen, mit Dumpingpreisen wolle sie die Germania von ihrer einstigen Monopolstrecke zwischen Frankfurt und Berlin verdrängen.

Die Lufthansa sei dem Bundeskartellamt in den Verhandlungen auf mehreren Gebieten entgegengekommen, sagte der Sprecher. So habe die Fluggesellschaft angeboten, auf der Strecke im Economy-Tarif künftig keine Meilengutschriften mehr zu erteilen, keine Zeitungen auszulegen, nicht mehr Sitze anzubieten als die Germania und einen Preisabstand von fünf Euro einzuhalten. Das Bundeskartellamt habe jedoch darauf beharrt, dass die Lufthansa ihre Flugscheine 40 Euro teuerer verkaufen müsse als die Berliner Konkurrenz. Dies sei für die Lufthansa inakzeptabel.

Gegen eine Untersagungsverfügung werde die Lufthansa wie angekündigt beim Oberlandesgericht Düsseldorf Beschwerde einlegen, sagte der Sprecher. Im Normalfall dürfte die Verfügung erst nach einer Entscheidung des Gerichts in Kraft treten. Ordne das Kartellamt jedoch zusätzlich den sofortigen Vollzug an, werde die Lufthansa auch dies anfechten.

Die Berliner Germania hatte im November die Verbindung Berlin-Tegel/Frankfurt zum Preis von 99 Euro je Strecke aufgenommen, worauf die Lufthansa mit einem neuen Preis von 100 Euro pro Flug zwischen den beiden Städten reagierte. Nach Berechnungen des Bundeskartellamtes senkte die Lufthansa damit ihren früheren Preis um mehr als 60 Prozent und flog zu Dumpingpreisen. Lufthansa und Germania hatten bis Mittwoch Zeit, beim Kartellamt Stellungnahmen zu dem Fall abzugeben.

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