Lufthansa im Blickpunkt
Ifo-Index belastet Dax

Schlechte Konjunkturdaten aus Deutschland haben den deutschen Aktienmarkt am Freitag trotz einiger guter Quartalsergebnisse großer Technologiefirmen stark belastet.

rtr FRANKFURT. "Es sieht nach einem schwachen Freitag aus. Die Anleger warten noch auf günstigere Einstiegskurse", sagte ein Aktienhändler. Auf die Stimmung drückte der deutlich schlechter als erwartet ausgefallene Ifo-Geschäftsklimaindex für September. "Eine Rezession in Deutschland kann man nicht völlig ausschließen", sagte Christoph Hausen, Analyst der Commerzbank. Im Mittelpunkt des Handels standen die Papiere der Lufthansa , die deutlich nachgaben. Am Mittag verfielen Optionen auf Aktienindizes, was kurzzeitig zu starken Volatilitäten und Kursverzerrungen am Markt führte.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) notierte am frühen Nachmittag mit 4 463 Punkten 2,42 % unter seinem Vortagesschluss. Interessant werde sein, ob der Dax unter seiner aktuellen charttechnischen Unterstützung bei 4 500 Punkten schließen werde, was dann zu weiteren Kursverlusten führen könnte, sagten Börsianer. Am Neuen Markt gab der Nemax-50 um 0,9 % auf 1 001 Punkte nach. Die US-Futures für den Dow-Jones-Index der Standardwerte sowie die Technologiebörse Nasdaq Händlern deuteten zufolge auf eine schwächere US-Markteröffnung an.

Das Wirtschaftsinstitut Ifo hatte am Freitagvormittag bekannt gegeben, der Geschäftsklimaindex sei in Westdeutschland im September auf 85,0 von 89,5 Punkten im August eingebrochen. Das ist der niedrigste Stand seit November 1993. Analysten hatten mit 88,1 Punkten gerechnet. "Die Zahlen haben enttäuscht", sagte ein Aktienhändler. Es gebe nicht viele Konjunkturindikatoren, die am Aktienmarkt Beachtung fänden, aber der Ifo-Index gehöre dazu. Womöglich sei der Rückgang wegen der weltpolitischen Ereignisse im September jedoch übertrieben, sagte ein anderer Börsianer.

Am Vormittag hatte zudem der weltgrößte Mobilfunkkonzern Nokia einen Gewinnrückgang ausgewiesen, der aber geringer als von Analysten erwartet ausfiel. Für das vierte Quartal geht Nokia indes wieder von einem Wachstum bei gewinn und beim Umsatz aus.

In den USA hatten am Donnerstagabend unter anderem die Technologiefirmen Microsoft, Sun Microsystems und Corning besser als erwartete Quartalsergebnisse vorgelegt. Am Freitagnachmittag (MESZ) wurden zudem weitere US-Konjunkturdaten wie die Verbraucherpreise und das Privateinkommen jeweils für den Monat September erwartet.

Im Mittelpunkt des Frankfurter Handels standen die Papiere der Lufthansa , die sich um mehr als vier Prozent auf 11,57 ? verbilligten. Wolfgang Mayrhuber, Vorstandsmitglied der Fluglinie, hatte am Donnerstagabend in Berlin sagte, betriebsbedingte Kündigungen seien ohne die Einführung einer Vier-Tage-Woche oder andere flexible Arbeitszeitregeln unvermeidlich. Die Lage des Unternehmens sei schlechter als bisher angenommen und erfordere weitere Sparmaßnahmen, hieß es. "Es deutet sich an, dass der Passagierrückgang heftiger ist, als die ganzen europäischen Airlines noch vor ein paar Wochen gedacht haben. Und darauf muss man reagieren, und es ist dann auch legitim über Personalanpassungen nachzudenken", sagte Uwe Weinreich, Analyst bei der Hypovereinsbank.

Unter Druck standen auch die Autowerte im Dax. Die Aktien von BMW , Volkswagen und Daimler-Chrysler fielen zwischen 2,2 und 3,4 %. Daimler-Chrysler will am Dienstag über das dritte Quartal berichten. Von Reuters befragte Analysten rechnen mit einem deutlichen Gewinnrückgang.

Auf der Gewinnerseite präsentierten sich die Papiere der Hypo-Vereinsbank , die 0,62 % auf 32,40 ? zulegten. Zeitweise hatte die Aktie schon vier Prozent fester tendiert, was Händler auf Marktgerüchte um eine Übernahme der zweitgrößten deutschen Bank durch den größten Anteilseigner, die Münchener Rück, zurückführten.

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