Lufthansa im verlieren erneut deutlich
Deutscher Aktienmarkt zeigt sich ratlos

Die deutschen Aktien haben mit extrem schwankenden Kursen auf die verheerenden Terroranschläge in den USA am Vortag reagiert.

dpa/vwd FRANKFURT/MAIN. Der Deutsche Aktienindex Dax verlor nach zwischenzeitlichen Gewinnen am Mittwochmittag 0,37 % auf 4258 Punkte. In den ersten Handelsminuten war der Leitindex auf 4159,65 Zähler gefallen, später stand er kurz bei 4404 Punkten. Am Neuen Markt kletterte der Nemax 50 um 0,95 % auf 849 Punkte. Der MDax der 70 mittleren Werte verlor um 0,16 % auf 4032 Stellen.

Die Terrorkatastrophe in den USA bestimmt weiter die Stimmung. "Das sind spekulative Kurse, das ist nicht mehr normal", kommentiert ein Analyst die starken Schwankungen. Am Vortag wurde nach seiner Beobachtung weitgehend wahllos verkauft. Jetzt werde versucht, genauer zu beurteilen, wer von den Anschlägen besonders betroffen sei. So seien Versorger als vermeintlich "sicherer Hafen" wieder gefragt.

Die deutschen Großbanken werden sich im Aktienhandel am Mittwoch zurückhalten, berichteten Händler in Frankfurt. "Es werden nur die wichtigsten Aufträge ausgeführt, bis deutlich wird, welche Auswirkung die Terrorserie hat", sagte ein Händler.

Die Lufthansa-Aktien konnten sich nur für kurze Zeit von den Vortagesverlusten erholen und gaben zuletzt 8,85 % auf 11,85 ? nach. Von Anschlägen seien Fluggesellschaften und Touristikunternehmen am stärksten betroffen, sagte ein Händler. Seiner Ansicht nach könnten "massenweise Stornierungen" die Folge sein. Auch der Touristik-Konzern Preussag konnte seine Talfahrt nur kurz stoppen und verlor zuletzt wieder 4,52 % auf 28,31 ?. Der Handel mit amerikanischen Aktien blieb ausgesetzt.

Nervosität wird bleiben

"Der Handel ist orientierungslos, eine klare Tendenz nicht zu erkennen", sagt ein Marktteilnehmer. Solange die US-Börse nicht offen sei, werde die Nervosität bleiben; das Plus solle angesichts des dünnen Volumens nicht überbewertet werden. Nach Einschätzung eines Händlers deutet sich nach den Worten von Wim Duisenberg eine Zinssenkung der EZB an. Zudem sei die Entwicklung in den USA ein zusätzlicher Anlaß für eine Senkung. Das Risiko, dass die USA in eine Rezession schlitterten, sei deutlich höher als vor den Anschlägen.

Deutsche Bank erholen sich mit einem Plus von 2,1 % auf 57,51 Euro teilweise von den Vortagesverlusten. RWE gewinnen 1,3 % auf 41,16 Euro. Im Fokus stehen Angaben von Marktbeobachtern zudem weiterhin Versicherungen. Münchener Rück und Allianz, die am Morgen deutlich im Plus gelegen hatten, drehen wieder ins Minus. Münchener Rück verlieren fünf Prozent auf 218,99 Euro, Allianz 3,1 % auf 220,63 Euro. Die Gesamtkosten des Terroranschlags könnten zwar über 40 Mrd. $ betragen, doch die Aufwendungen der Versicherungen dürften nur ein Viertel, also rund zehn Mrd. $, ausmachen, sagte ein Londoner Versicherungsanalyst.


Experten warnen vor Panikverkäufen von Aktien

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