Lufthansa ist größter Verlierer
Dax von US-Daten nur kurzzeitig belastet

Nach einer kurzen Schwächephase im Anschluss an die Veröffentlichung der stärker als erwartet ausgefallenen Auftragseingänge der US-Industrie haben die deutschen Standardwerte ihre Aufwärtsbewegung fortgesetzt.

rtr FRANKFURT. Einige Anleger haben Händlern zufolge die guten Nachrichten zunächst für Gewinnmitnahmen genutzt, zumal die deutschen Werte auch am Donnerstag zugelegt hatten. Die Gründe für die weitere Erholung seien etwas unklar, hieß es. Offenbar bestehe bei einigen Investoren noch Nachholbedarf, da sie für die laufende Woche mit einer Konsolidierung gerechnet hätten. Lufthansa litten unter der angekündigten Wandelanleihe, hieß es. Kräftige Gewinne verbuchten dagegen die Banken.

Der Dax tendierte am Nachmittag 0,15 % fester bei 5274 Punkten. Am Neuen Markt gab der Blue-Chip-Index Nemax50 um 0,56 % auf 1314 Zähler nach. Der MDax für mittelgroße Werte verlor unterdessen 1,1 % auf 4273 Stellen. An der Wall Street lag der Dow Jones im frühen Handel praktisch unverändert bei 10 123 Punkten, während der technologielastige Nasdaq um 0,25 % auf 2052 Zähler zulegte.

Ein Händler sagte, die Kurssteigerungen der vergangenen Wochen seien übertrieben. Er halte eine Konsolidierung für dringend notwendig. Da aber der Investitionsbedarf der institutionellen Anleger bis zum Jahresende schwer abzuschätzen sei, könne derzeit keine Vorhersage über die weitere Entwicklung getroffen werden.

Finanzwerte gefragt

Ganz oben auf der Wunschliste der Anleger standen am Nikolaustag die Finanzwerte. Händlern zufolge gibt es keine eindeutigen Gründe für diese Entwicklung. Offenbar bestehe bei diesen Titeln ein gewisser Nachholbedarf, nachdem diese Branche im Rahmen der Insolvenz des US-Energiehändlers Enron unter Druck geraten war. Deutsche Bank-Aktien und Allianz verteuerten sich um 2,52 % auf 77,30 ? beziehungsweise um 1,22 % auf 274,30 ?. Bayer stiegen unterdessen um 2,11 % auf 37,32 ?. Der Chemiekonzern hatte im Anschluss an eine Aufsichtsratssitzung umfangreiche Restrukturierungen bekannt gegeben.

Größter Verlierer im Dax waren Deutsche Lufthansa, die 4,32 % auf 15,50 ? nachgaben. "Die Wandelanleihe der Lufthansa übt einen Druck auf die Aktie aus", sagte ein Aktienhändler. Der Aufwärtstrend des Papiers sei aber noch intakt. Das Unternehmen brauche jedoch offenbar dringend Geld. Lufthansa hatte am Morgen die Ausgabe einer zehnjährigen Wandelanleihe mit einem Volumen von 500 Mill. ? angekündigt. Außerdem beschuldigte der irische Billig-Flieger Ryanair die Lufthansa des unfairen Wettbewerbs. Der deutsche Konzern wies die Anschuldigungen jedoch zurück.

Infineon muss Gewinnmitnahmen verkraften

Nach den jüngsten starken Kurszuwächsen litten Infineon Börsianern zufolge unter Gewinnmitnahmen. Außerdem belasteten mittlerweile weniger wahrscheinlich gewordene Kooperation der Chip-Hersteller Hynix und Micron Technology und die damit schwindenden Hoffnungen auf steigende Chip-Preise, hieß es. "Ich wäre vorsichtig mit der Chip-Euphorie", sagte ein Händler. Die Infineon-Aktie verbilligte sich um 1,74 % auf 27,75 ?.

Unter den MDax-Werten stiegen die Aktien der Deutsche Börse AG im Handel auf ein Allzeithoch von 43,48 ? und lagen zuletzt 1,72 % im Plus bei 43,10 ?. Händler führten den Kursanstieg auf den jüngsten Zuwachs der Umsatzvolumina auf der Handelsplattform Xetra zurück.

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