Lufthansa
Kommentar: Der Kranich hat viel Luft nach oben

Während US-Fluggesellschaften noch immer desaströse Zahlen abliefern und ihre Kosten einfach nicht in den Griff bekommen, starten die ersten Europa-Airlines wieder durch - allen voran die Deutsche Lufthansa.

Knapp ein Jahr nach den Terroranschlägen in den USA sieht die Welt zumindest über den Wolken Europas wieder freundlicher aus. Während US-Fluggesellschaften noch immer desaströse Zahlen abliefern und ihre Kosten einfach nicht in den Griff bekommen, starten die ersten Europa-Airlines wieder durch - allen voran die Deutsche Lufthansa. Fast vergessen scheint das Krisenjahr 2001, in dem der Konzern seine Bilanz kräftig aufräumte und wegen vieler Sonderabschreibungen einen Rekordverlust in Höhe von 633 Millionen Euro auswies.

Durch den immens schweren Einbruch ihrer Catering-Tochter LSG Sky Chefs litt die Lufthansa zunächst zwar deutlich stärker unter der Luftfahrtkrise als etwa der Rivale Air France. Doch spätestens mit diesem Halbjahresergebnis hat die Aufholjagd des Kranichs begonnen. Die Kosten sind gesenkt, die Kapazitäten der neuen Lage angepasst: Zieht jetzt die Konjunktur noch an, ist Lufthansa wieder zum Abflug bereit. Vor allem scheint es, als habe der Konzern seine größte Baustelle wieder im Griff: Die Sanierungsmaßnahmen bei LSG Sky Chefs zeigen Erfolge - das Segmentergebnis war im zweiten Quartal 2002 erstmals wieder positiv.

Der operative Konzerngewinn von 332 Millionen Euro zum Halbjahr ist insofern bemerkenswert, weil das aktuelle Umfeld im Fluggeschäft nach wie vor eher wolkig denn heiter ist: Die Passagierzahlen liegen noch unter Vorjahr, die Billigflieger drücken auf die Preise und die Aufwendungen für Sicherheit sind bei allen Airlines deutlich gestiegen. Doch Lufthansa-Chef Jürgen Weber ist bekannt für striktes Kostenmanagement, vor allem in wirtschaftlich schwerer Zeit. Wer sich derart schlank macht, ist für friedlichere Tage am Himmel gut gerüstet. Dass die Kranich-Linie bald wieder Rekordkurs ansteuert, können allein neue Terrorakte verhindern. Das aber ist das Risiko, mit dem die Luftfahrt leben muss.

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