Lufthansa legt zu
Deutschem Aktienmarkt fehlen eigene Impulse

Der Dax schloss mit einem leichten Minus. Im späten Handelsverlauf konnten sich die Titel der Lufthansa an die Spitze der Kursgewinner setzen.

Reuters FRANKFURT. Bei den deutschen Standardaktien haben sich am Donnerstag die Titel der Deutschen Lufthansa im späten Handelsverlauf an die Spitze der Kursgewinner gesetzt. Hoffnungen auf eine baldige Einigung im Tarifstreit hatten Händlern zufolge dem Papier deutlichen Auftrieb verliehen. Das Börsenbarometer wurde allerdings von Kursverluste bei Indexschwergewicht Allianz belastet. Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss mit einem Minus von 0,13 % bei 6 184 Punkten. Am Neuen Markt gaben die Wachstumswerte ebenfalls ab. Der Nemax-All-Share-Index verlor 0,54 % auf 1 747 Punkte, der Nemax 50 fiel um 1,25 % auf 1 704 Zähler.

Favorit im Dax waren die Aktien der Deutschen Lufthansa, die um 2,3 % auf 22,56 Euro anzogen. "Eventuell steht am Freitag eine Einigung im Tarifstreit an und man geht davon aus, dass sie nicht so hoch ausfallen wird, wie von den Piloten gefordert", sagte ein Händler mit Blick auf die Kursgewinne. Die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hofft nach eigenen Angaben im Tarifstreit mit der Deutschen Lufthansa auf eine Einigung noch in dieser Woche. "Wir hoffen, dass es noch Freitag zu einem Ergebnis kommt", sagte VC-Sprecher Georg Fongern am Donnerstagabend auf Anfrage.

Unter Druck standen hingegen die Titel der Allianz und Münchener Rück, die Händlern zufolge unter Gewinnmitnahmen litten. Allianz gaben um 2,6 % nach auf 337,80 Euro, Münchener Rück fielen um 1,2 % auf 327,66 Euro.

Auch Bayer konnte an Wert gewinnen

An Wert gewinnen konnten die Titel des Chemiekonzerns Bayer. Die Investmentbank JP Morgan hatte die Titel auf "Buy" heraufgestuft, was Händlern zufolge für Kursauftrieb sorgte. Analysten sagten, die US-Pharmaunternehmen Bristol-Myers Squibb und DuPont hätten exklusive Kaufverhandlungen über die DuPont-Pharmasparte aufgenommen. Damit sei eine Übernahme der Sparte durch Bayer unwahrscheinlich geworden. Zudem habe der Markt den Preis für eine solche Übernahme als zu hoch erachtet.

Die Aktien der Deutschen Telekom stiegen um 0,6 % auf 23,45 Euro. Die Gesellschaft hatte zuvor die Begebung einer Anleihe zur Umschuldung ihrer Verbindlichkeiten bestätigt. Die Begebung eines "Straight Bonds" werde positiv gewertet, da der Markt Angst vor einer Wandelanleihe und daher von Hedgegeschäften gehabt habe, die die Aktien unter Druck gesetzt hätten, sagte ein Händler.

Die US-Börsen notierten bei Börsenschluss Frankfurt uneinheitlich. Die Nasdaq stieg um 1,7 % auf 2 255 Punkte, während der Industriewerte-Index Dow Jones kaum verändert bei 11 074 Punkten notierte. Sowohl in den USA als auch am deutschen Markt hielten sich Anleger Händlern zufolge im Vorfeld des Berichts des Computerchipkonzerns Intel Corp. zur Geschäftsentwicklung im laufenden Quartal zurück. "Der Markt erwartet wohl eher etwas verhaltene Zahlen und einen verhaltenen Ausblick, von daher sollte das keine Überraschung mehr sein", sagte ein Marktteilnehmer. Allerdings sieht der Experte eigenen Angaben zufolge Aufwärtspotenzial für die Technologiewerte am deutschen Markt, sollte der Intel-Bericht positiv ausfallen. Die Intel-Zahlen werden nach US-Börsenschluss erwartet.

Entscheidung der EZB hatte keinen Einfluss

Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) am frühen Nachmittag, die Leitzinsen in der Euro-Zone unverändert zu lassen, habe nichts am Markt bewegt, sagten Händler. Der für die Refinanzierung der Geschäftsbanken maßgebliche Mindestbietungssatz beim Zinstender beträgt weiterhin 4,50 %.

Am Neuen Markt standen die Papiere des Nemax 50-Unternehmens Singulus Technologies AG im Mittelpunkt. Nachdem das Unternehmen am Mittwoch nach Börsenschluss den Erhalt von Aufträgen im Wert von 15 Millionen Euro bekannt gegeben hatte, verbuchten die Titel ein Plus von 2,9 % auf 28 Euro.

Das Nebenwertesegement MDax schloss um 0,13 % fester bei 4 768 Punkten.

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