Lufthansa stark gefragt
US-Daten beflügeln Dax und Nemax

Überwiegend unerwartet gute US-Konjunkturdaten und Kursaufschläge an der Wall Street haben nach Händlerangaben die deutschen Standardwerte am Freitag beflügelt und dem Dax zu weiteren Gewinnen verholfen.

Reuters FRANKFURT. Die Zahlen aus Übersee seien sehr positiv gewesen und hätten die Stimmung am Markt verbessert, sagte ein Händler. Der unerwartete Fall des Verbrauchervertrauens werde vom deutlichen Anstieg des Einkaufsmanagerindexes und der Bauausgaben überlagert.

Nach der Bekanntgabe von Absatzzahlen zogen die Titel von BMW kräftig an. Die Aktien der Lufthansa profitierten Börsianern zufolge von einer geplanten Kapazitätsausweitung. Schering litten derweil unter Gewinnmitnahmen. Am Neuen Markt verteuerten sich die Titel von Condat nach einem Übernahmeangebot um rund 150 Prozent.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss 1,16 Prozent fester bei 5 097,41 Zählern. In der abgelaufenen Woche hat das Börsenbarometer knapp acht Prozent an Wert gewonnen.

Der Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax 50 stieg unterdessen um 0,95 Prozent auf 1 020,16 Punkte, während der Nebenwerte-Index MDax 0,68 Prozent im Plus bei 4 403,83 Stellen lag. Der Dow Jones EuroStoxx 50 der größten europäischen Aktien zog um 1,16 Prozent auf 3 593,35 Zähler an.

An der Wall Street tendierte der Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland zwei Prozent fester bei 10 314 Stellen, während der technologielastige Nasdaq-Index drei Prozent auf 1 784 Punkte gewann.

Der Service-Index des Institute of Supply Management (ISM, vormals NAPM) stieg den Angaben zufolge im Februar auf 54,7 Punkte, nach 49,9 Stellen im Vormonat. Experten hatten lediglich einen Zuwachs auf 50,9 Zähler erwartet. Das ISM teilte weiter mit, es hoffe, dass der Index den Beginn der starken US-Konjunkturerholung signalisiere. Die Bauausgaben stiegen dem US-Handelsministerium zufolge im Januar um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Branchenkenner hatten lediglich mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet. Der Index des US-Verbrauchervertrauens der Universität Michigan ist Marktkreisen zufolge im Februar auf 90,7 Punkte gefallen, von 93,0 Zählern im Vormonat. Experten hatten mit einem Anstieg auf 91,2 Stellen gerechnet.

Nach einem verhaltenen Start legten die Aktien von BMW einen Endspurt ein und schlossen 3,99 Prozent im Plus bei 44,30 Euro. Am Abend hatten sie kurzzeitig sogar ein neues Jahreshoch bei 44,43 Euro markiert. Der Münchener Konzern hatte für Februar einen Anstieg des Pkw-Absatzes in Nordamerika von 14,6 Prozent im Jahresvergleich bekannt gegeben. Obwohl Volkswagen ein Absatzminus von 8,8 Prozent verbuchte, legte die Aktie um 3,18 Prozent auf 57,10 Euro zu. Der Branchenindex für den Automobil-Sektor im Dax stieg um 2,83 Prozent.

Einer der größten Gewinner im Dax waren mit einem Plus von 3,92 Prozent auf 18,55 Euro die Aktien der Lufthansa . Händlern zufolge profitierten sie vom Bekanntwerden der Pläne der Fluggesellschaft, ihre Kapazitäten auf den Nordatlantik-Strecken deutlich auszuweiten. Firmenchef Jürgen Weber hatte am Donnerstag außerdem gesagt, die Auslastung habe nach dem Einbruch als Reaktion auf die Anschläge vom 11. September fast das Vorjahresniveau erreicht. Am Abend wurde zudem aus EU-Kreisen bekannt, die Staatshaftung für die europäischen Fluggesellschaften zur Deckung von Folgeschäden bei Krieg oder Terror werde verlängert.

Die Papiere von Linde festigten sich unterdessen um 2,27 Prozent auf 53,70 Euro. Das Unternehmen strebt eigenen Angaben zufolge mittelfristig eine Marge beim Vorsteuergewinn vor Zinsen (Ebit) von zehn Prozent an, nach 7,57 Prozent im Vorjahr.

Mit einem Minus von 3,43 Prozent auf 66,70 Euro standen die Aktien von Schering nach anfänglichen Gewinnen an der Spitze der Dax-Verlierer. Händler führten dies auf Gewinnmitnahmen zurück. Seit Anfang Januar hatte das Papier rund 22 Prozent zugelegt. Der Konzern hatte am Freitag außerdem bekannt gegeben, ein geplanter großer Zukauf in den USA sei gescheitert. Der Geschäftspartner habe seine Strategie geändert.

Am Neuen Markt verteuerten sich die Titel von Condat um 151,91 Prozent auf 11,84 Euro. Zuvor hatte Texas Instruments ein Übernahmeangebot zu zwölf Euro je Aktie vorgelegt.

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