Lufthansa streicht Flüge nach Skopje
Friedensgespräche in Mazedonien bislang ohne Fortschritte

ap SKOPJE/BERLIN. Während die vereinbarte Waffenruhe in Mazedonien weitgehend Bestand hat, kommen die Verhandlungen über einen Friedensplan nicht voran. Bis zum Mittwoch wurde bei den von der EU vermittelten Gesprächen zwischen mazedonischer Regierung und Vertretern der albanischen Minderheit kein erkennbarer Fortschritt erreicht. Beide Seiten bereiten sich aber offenbar auch auf ein Scheitern der Verhandlungen vor. Nach NATO-Angaben nutzen albanische Extremisten und mazedonische Armee die Ruhe zum Ausbau ihrer Stellungen.

"Wir beobachten auf beiden Seiten große Bewegungen an Truppen und Material", sagte in Brüssel ein Nato-Sprecher, der namentlich nicht genannt werden wollte. `Die Rebellen bemühen sich sehr um Nachschub, aber beide Seiten versuchen, die Ruhe zu nutzen." So habe die Armee vor kurzem in Skopje 30 Schützen- und mehrere Kampfpanzer mit unbekanntem Ziel auf Transporter verladen.

Auf ein positives Echo stieß das Angebot der Europäischen Union, die im Fall eines Friedensabkommens 50 Mill. Euro (98 Mill. Mark) Hilfe angekündigt hatte. Das Angebot der Europäischen Union zeige den guten Willen der internationalen Gemeinschaft, sagte ein Sprecher der albanischen Partei für Demokratische Prosperität. Vertreter der slawischen Mazedonier erklärten, man könne das Angebot noch nicht kommentieren, weil sich die Verhandlungen noch in einem frühen und sensiblen Zustand befänden.

Auch der mögliche Einsatz der Bundeswehr in Mazedonien blieb am Mittwoch in der Schwebe. `Ein Zeitraum für eine denkbare Entscheidung der Bundesregierung kann noch nicht genannt werden", sagte Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye nach der Kabinettssitzung am Mittwoch. Damit sei auch offen, wann der Bundestag über die Frage abstimme. Es wird damit gerechnet, dass der Bundestag wegen der Entscheidung seine Sommerpause unterbrechen muss.

Waffenstillstand noch fragil

Bundesaußenminister Joschka Fischer unterrichtete das Kabinett am Mittwoch über die Lage in Mazedonien. Er habe deutlich gemacht, dass die Situation sich leicht verbessert habe, aber nach wie vor labil sei, berichtete Heye. Der Waffenstillstand werde im Großen und Ganzen zwar eingehalten, sei aber noch fragil. Die Nato hatte Ende Juni beschlossen, 3 000 Soldaten für 30 Tage nach Mazedonien zu entsenden, um dort die freiwillige Entwaffnung zu überwachen. Voraussetzung ist allerdings ein dauerhafter Waffenstillstand und ein Friedensabkommen, das der albanischen Minderheit mehr Rechte einräumt.

Die Lufthansa will ab Sonntag die Flüge von München nach Skopje einstellen. Wie ein Sprecher erklärte, sind dafür die sinkenden Passagierzahlen verantwortlich. Seit September 1999 hatte die Fluggesellschaft täglich eine Verbindung von München nach Skopje angeboten.

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