Lufthansa streicht zahlreiche Linienflüge
Nach Kriegsbeginn Urlaubsflüge vorerst planmäßig

Die deutschen Reiseveranstalter haben auch nach Beginn des Irak-Kriegs am Donnerstag ihre Urlaubsflüge vorerst unverändert aufrecht erhalten.

Reuters HANNOVER/MüNCHEN. Alle Maschinen seien planmäßig gestartet, sagten Sprecher der führenden Touristikkonzerne TUI und Thomas Cook. Allerdings wurden bereits mehrere hundert Umbuchungen für Reiseziele im östlichen Mittelmeerraum gemeldet. Die Lufthansa strich unterdessen für Donnerstag und Freitag sämtliche Linienflüge nach Tel Aviv, Amman, Kuwait, Beirut und Dammam in Saudi-Arabien. Urlaubsreisen wurden für diese Regionen ohnehin nicht angeboten.

Nach ersten Schätzungen der Veranstalter hatten für Donnerstag mehrere tausend Bundesbürger Flugreisen gebucht. Für diesen Tag habe es nur wenige Umbuchungen gegeben. Von TUI-Veranstaltern seien unter anderem auch Urlaubsziele in Ägypten, Zypern und der Türkei angeflogen worden, sagte ein Sprecher. Für diese Länder und für andere potenzielle Krisengebiete im arabischen Raum und in Nordafrika haben inzwischen alle deutschen Veranstalter ihren Kunden kostenlose Umbuchungen angeboten. Sowohl bei Fluggesellschaften als auch bei Reiseveranstaltern tagten am Morgen die seit längerem berufenen Krisenstäbe. Auf den Flughäfen wurden unterdessen die seit dem 11. September 2001 erhöhten Sicherheitsvorkehrungen nochmals verschärft.

Die Krise der Luftfahrt-Branche wird nach Einschätzung von Lufthansa-Chef Jürgen Weber durch den Irak-Krieg verlängert. "Ein Ende der Krise ist nicht abzusehen", sagte Weber bei der Bilanzpressekonferenz der Fluggesellschaft in München. Lufthansa will nach Angaben eines Sprechers die Verbindungen nach Dubai und Teheran zunächst weiter fliegen. Über das weitere Vorgehen werde je nach Kriegsverlauf entschieden. Bereits im Golfkrieg 1991 hatte Lufthansa ihre Flüge in den Nahen Osten ausgesetzt.

Auch die Tourismusindustrie hofft auf einen kurzen Irak-Krieg, um nicht auch das Reisejahr 2003 schon frühzeitig abhaken zu müssen. In den vergangenen Wochen war die Nachfrage nach Urlaubsreisen sowohl für die kommenden beiden Monate, aber auch für die wichtige Sommersaison bereits stark zurückgegangen. Der Deutsche Reisebüro- und Reiseveranstalterverband geht davon aus, dass nach Ende des Krieges sich noch viele zu einer Urlaubsreise entscheiden würden. Für Evakuierungen von Urlaubern gibt es aus Sicht der Veranstalter auch nach Kriegsbeginn zunächst keinen Grund. In den Urlaubsgebieten in der Türkei oder in Ägypten sei es ruhig. Die Urlaubsgäste würden regelmäßig über die Sicherheitslage und die Situation in Irak informiert. Für Langstreckenflüge nach Asien wurden Ausweichrouten festgelegt.

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