Lufthansa stürzt ab
Dax geht trotz Lufthansa-Gewinnwarnung fester aus dem Handel

Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch entgegen dem Trend an den US-Börsen fester geschlossen. Der Deutsche Aktienindex (Dax) legte um knapp 0,9 Prozent auf 6 111,94 Punkte zu. Etwas fester präsentierten sich die Nebenwerte im MDax, der um 0,45 Prozent auf 4&nbps;792,46 Zähler zulegte.

rtr/ddp-vwd FRANKFURT. Mit Kurszuwächsen von zeitweilig mehr als fünf Prozent gaben die Aktien der Deutschen Telekom dem Gesamtmarkt am Mittwoch deutlichen Auftrieb. Investoren begrüßten Händlern zufolge die bereits am Vortag bekannt gegebene Kooperation des Unternehmens mit der British Telecom beim Aufbau und Betrieb des UMTS-Mobilfunks. Auf der Verliererseite standen die Anteilsscheine der Lufthansa AG mit einem Abschlag von mehr als vier Prozent, nachdem die Fluggesellschaft ihre Gewinnschätzung für 2001 deutlich gesenkt hatte.

Dax-Favorit des Tages waren die Papiere der Deutschen Telekom, die ein Plus von knapp vier Prozent auf 24,79 Euro mit aus der Sitzung nahmen. Die Aktien waren zudem mit rund 26 Millionen Stück meist gehandelter Wert auf dem elektronischen Handelssystem Xetra. Händler führten den Wertzuwachs unter anderem auf die Kooperation des Unternehmens mit der British Telecom zurück. Am Dienstag hatten die Deutsche Telekom und die British Telecom mitgeteilt, erstmals eine Kooperation beim Aufbau und Betrieb des UMTS-Mobilfunks vereinbaren und dadurch mehrere Milliarden Euro einsparen zu wollen.

Zudem wirke sich auch die anstehende Quartalsanpassung des Deutschen Aktienindexes (Dax) positiv auf die Kursentwicklung der T-Aktie aus, sagte Knut Hochwald, Aktienhändler bei der Hamburger Sparkasse. Die Aktien der Telekom werden nach Berechnungen der Commerzbank aus der anstehenden Quartalsanpassung als Gewinner hervorgehen. "Da steigen jetzt institutionelle Investoren ein, die den Index nachbilden", sagte Hochwald.

Größter Verlierer waren die Aktien der Lufthansa , die um knapp fünf Prozent auf 20,21 Euro nachgaben. Die Fluggesellschaft hatte zuvor unter anderem mit Verweis auf die weltweite Konjunkturabkühlung und den Tarifabschluss mit ihren Piloten mitgeteilt, das operative Ergebnis 2001 werde um bis zu 30 Prozent unter den bisherigen Erwartungen liegen. Von der Gewinnwarung der Lufthansa zeigten sich Börsianer überrascht. Sie zeige, dass die konjunkturelle Abschwächung doch deutlich sei, sagte ein Analyst. Eine weitere Korrektur der Prognosen werde aber nicht erwartet. Die Hypo-Vereinsbank kündigte an, ihre Einstufung der Aktie des Luftfahrtkonzerns auf "underperform" von bisher "outperform" zu senken.



SAP sorgt mit Kooperationen für Kursfantasie

Die Technologietitel konnten ihre am Vortag im Sog der Nokia -Gewinnwarnung verbuchten Verluste teilweise korrigieren. Die Aktien von SAP gewannen drei Prozent auf 171,49 Euro. SAP hatte zuvor die Vervierfachung der Zahl der Anwender ihrer Internetsoftware mySAP.com im vergangenen Jahr auf rund vier Millionen bekannt gegeben. Das Unternehmen kündigte außerdem eine Allianz mit IBM und Partnerschaften mit Taschencomputer-Herstellern an. Händler sagten außerdem, die Nokia-Gewinnwarnung vom Dienstag habe der Markt weitgehend "abgeschüttelt", nachdem die Konkurrenten des finnischen Konzerns mitgeteilt hatten, an ihren Prognosen festzuhalten.

Mit Blick auf den gesamten Dax sagten Börsianer, im Vorfeld des Terminverfalls am Freitag würden Marktteilnehmer versuchen, einzelne Titel je nach Positionierung in die eine oder andere Richtung zu treiben. Am Freitag ist "dreifacher Hexensabbat", an dem sowohl Aktien- und Indexoptionen als auch Futurekontrakte verfallen.

Der MDax kletterte um 0,45 Prozent auf 4 792 Zähler. Die US-Börsen notierten bei Börsenschluss in Frankfurt uneinheitlich. Während die Technologiebörse Nasdaq ein Minus von 1,1 Prozent auf 2 146 Punkte verbuchte, pendelte der Industriewerte-Index Dow Jones um seinen Vortagesschluss bei 10 945 Zählern.

Der Rentenmarkt gab etwas nach: Der Bund-Future verlor 0,1 Prozent auf 106,49 Punkte, der Rex stand nahezu unverändert bei 111,78 Punkten. Die Bundesbank stellte die Umlaufrendite bei 4,98 (Dienstag: 4,97) Prozent fest.

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