Lufthansa-Titel gesucht
Dax nach schwacher Eröffnung fester

Der Dax hat sich am Dienstagvormittag von seinen Eröffnungsverlusten erholt und fester notiert. Der Index gewinnt bis 10.46 Uhr um 1 % bzw. 47 auf 4 595 Punkte.

vwd FRANKFURT/M. Dabei wirft die beginnende Berichtssaison ihre Schatten voraus. Am Dienstag gibt es Impulse von den Quartalszahlen von Philips, Roche, IBM und Intel sowie den US-Daten zur Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung.

"Bei der derzeitigen Unsicherheit versucht man, sich an so etwas festzuhalten", meint ein Beobachter. "Die Vorgaben sind ganz gut, aber die Angst vor weiteren Briefumschlägen und den Folgen drückt noch auf die Stimmung", urteilt ein Händler. Die US-Börsen haben nahezu unverändert geschlossen, während der Nikkei 1,9 Prozent zulegen konnte. Die Märkte bleiben nervös, das zeige sich an den dünnen Volumina.

Die vorbörslich veröffentlichten schwachen Zahlen von Philips belasten Siemens nicht mehr. "Bei den Niederländern ist der Umsatz im dritten Quartal zurückgegangen und der Verlust größer als erwartet ausgefallen", sagt ein Händler. Zum einen könne Siemens mit der Kooperation mit dem japanischen Autozulieferer Yazaki eine positive Nachricht vorlegen. Und dazu kämen die "aggressiven Maßnahmem zur Kostenreduzierung" wie die angekündigte Entlassung von 7 000 weiteren Beschäftigten am Vortag. Siemens legen 1,5 Prozent auf 48,44 Euro zu.

Uneinheitlich notieren die Banken. Die Commerzbank "reiten auf der Entlassungwelle", meinen Händler. Durch Einsparungen und Umstrukturierungen gebe es wieder Fantasie in dem Wert, der um 1,2 Prozent auf 16,41 Euro klettert. Ein in Frankfurter Handelskreisen kursierendes Gerücht drückt dagegen auf den Kurs der Deutschen Bank. Es heißt, die Bank habe einen Verlust im Derivatehandel von 500 Mill. Euro erlitten. "An so einem ruhigen Tag wie heute haben die Händler viel Zeit zum Tratschen", meint ein Marktteilnehmer, der von einer "blitzartigen Ausbreitung" berichtet. Deutsche Bank geben 0,4 Prozent auf 60,93 Euro ab. Abstufungen belasten den Wert zusätzlich.

"Die Lufthansa ist derzeit die aussichtsreichste europäische Fluggesellschaft", sagt ein Händler. Damit erklärt er den kräftigen Anstieg der Airline, die 4,8 Prozent auf 11,79 Euro steigt. Zwar habe die Kompensationsforderung an die Bundesregierung wenig Aussicht, in voller Höhe erfüllt zu werden. "Aber wenn andere Gesellschaften von ihren Heimatländern unterstützt werden, wird wohl auch die Lufthansa etwas bekommen", heißt es. Und trotz der Bedenken der Gewerkschaften gegen die Pläne zur Vier-Tage-Woche erwarten Beobachter, das sich die Belegschaft kooperativ zeigen wird. "Bereits vor zehn Jahren steckten sie zurück, um Lufthansa vor dem Konkurs zu retten."

Infineon gewinnen 1,6 Prozent auf 15,88 Euro. "Alle warten auf die Intel-Zahlen, die nachbörslich veröffentlicht werden", sagt ein Beobchter. Davon erhoffen sich die Experten einen Hinweis auf die Verfassung der Branche. Besonders der Ausblick sei wichtig. Am Mittwoch folgt dann AMD mit Daten. Die SAP-Tochter Commerce One streicht 1.300 von 2.800 Arbeitsplätzen und will eine Reihe von Bereichen, die nicht zum Kerngeschäft gehören, ausgliedern. Das hilft auch SAP, die um 3,2 Prozent auf 132,98 Euro steigen. Arbeitsplatzabbau sei derzeit ein Trend in der Branche. Wichtig seien die SAP-Quartalszahlen, die am Donnerstag veröffentlicht werden.

Deutsche Telekom klettern 0,5 Prozent auf 17,57 Euro. Nach Ansicht von Händlern profitiert der Wert von der Kooperation von Voicestream mit dem US-Mobilfunkunternehmen Cingular. Cingular und die Telekom-Tochter werden bei der Nutzung der Netzinfrastruktur in drei US-Bundesstaaten zusammenarbeiten. Dabei wird die Telekom rund eine Mrd. US-$ Investitionskosten bis zum Jahr 2004 sparen, heißt es.

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