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Lufthansa trotz Verzögerungen für Sparziel '06 optimistisch

Die Lufthansa hält an ihrem Sparziel für 2006 trotz des Verfehlens in diesem Jahr fest.

dpa-afx FRANKFURT. Die Lufthansa hält an ihrem Sparziel für 2006 trotz des Verfehlens in diesem Jahr fest. "Unsere aktuellen Zahlen dürfen nicht darüber hinweg täuschen, dass wir deutlich bessere operative Ergebnisse brauchen, um das Unternehmen für die nächste Generation zu sichern", sagte Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber bei der Vorlage der Bilanz für das dritte Quartal am Donnerstag in Frankfurt an. Nach einer allgemein erwarteten guten Entwicklung in den ersten neun Monaten erwartet die Gesellschaft für das Gesamtjahr 300 Mill. operativen Gewinn und schließt einen Nettogewinn von 200 Mill. Euro nicht aus.

Im dritten Quartal kletterte der Nettogewinn auf 125 Mill. Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte das Minus noch 17 Mill. Euro betragen. Zugleich stieg der operative Gewinn trotz hoher Kerosinpreise von 200 auf 218 Mill. Euro, während der Umsatz dank Preiszuschlägen und steigenden Passagierzahlen von 4,245 auf 4,469 Mrd. Euro anzog. Die Tankrechnung stieg in den ersten neun Monaten um 30 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro, davon zu 15 Prozent wegen des ausgebauten Angebots. Ohne die Sicherungsgeschäfte hätte der Konzern 159 Mill. Euro mehr ausgeben müssen. Finanzvorstand Karl-Ludwig Kley kündigte an, dass auch im kommenden Jahr wieder für 90 Prozent des Bedarfs Sicherungsgeschäfte abgeschlossen werden sollen. Bislang habe Lufthansa 55 Prozent des Bedarfs gesichert.

Während sich das Geschäft zunehmend erholt, ist die Lufthansa bei ihren Sparzielen hinter dem Zeitplan zurückgefallen. Bei den Personal- und Prozess-Kosten fehle mit 52 Mill. Euro die Hälfte des gesteckten Ziels, sagte Mayrhuber: "Das lässt sich auch in diesem Jahr nicht mehr ergebniswirksam realisieren." Bei den Rahmenbedingungen zur Produktion seien die Kosten um 90 Mill. Euro gesenkt worden. "Hier fehlen uns noch 30 Mill. Euro, die wir aber bereits identifiziert haben", so der Vorstandschef. Von der in diesem Jahr geplanten Ergebnisverbesserung von 430 Mill. Euro seien 354 Mill. Euro bereits erzielt worden.

IPO VON Tank & Rast Geplant

An seinem Langfristziel hält der Konzernchef dennoch fest: "Das Ziel von 1,2 Mrd. Euro bis 2006 ist ehrgeizig, aber wir werden dieses Ergebnis abliefern." So habe man bei internen und externen Lieferanten bereits 112 und 99 Mill. Euro gespart, mehr als ursprünglich geplant. Die Verhandlungen mit den Gewerkschaften seien zäh und "erforderten Stehvermögen".

Der Luftfahrtkonzern setzt für die Zukunft ganz klar auf profitables Wachstum und die Weiterentwicklung des Passagiergeschäfts. "Wir wollen wachsen, aber nicht um jeden Preis", sagte Mayrhuber. Der Konzern werde vor allem im Kerngeschäft wachsen. Dabei gehe organisches Wachstum vor Zukäufen - sofern diese nicht Marktzugänge eröffneten, Kostenvorteile brächten oder neue Technologien erschlössen. Auf veränderte Kundenbedürfnisse reagiere der Konzern mit einem erweiterten Angebot von No Frills bis zur höchsten Exklusivität.

Bei der Sanierung ihrer Sorgenkinder Verpflegung und Tourismus ist die Lufthansa in den vergangenen Monaten unterschiedlich weit gekommen. Auf dem richtigen Weg sieht sie die Sanierung der Tourismustochter Thomas Cook. Finanzvorstand Karl-Ludwig Kley erwartet hier im laufenden Geschäftjahr 2004/05 (31. Oktober) ein positives Betriebsergebnis. Vor allem wegen strenger Kostenkontrolle habe sich der Verlust bei Thomas Cook halbiert, sagte er am Donnerstag in Frankfurt. "Und das starke vierte Quartal steht noch bevor."

Sorgen bereitet unverändert das Geschäftsfeld Catering. Die Restrukturierung der LSG insbesondere in den USA habe weiterhin Priorität, sagte er. Bei sinkendem Umsatz war der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von 75 auf unter 0,5 Mill. Euro gefallen. Im größten Geschäftsfeld Passage dominierten die Pluszeichen die Bilanz. Wie auch im Luftfrachtgeschäft ging die Durchschnittsrendite jedoch zurück. Obwohl sich bei der Logistik-Gruppe für das vierte Quartal keine spürbare Verbesserung der Erlös- und Yield-Entwicklung abzeichne, rechnet Kley für das Gesamtjahr mit einem operativen Plus.

Wenig Aussagen gab es von der Lufthansa-Spitze zum angekündigten Börsengang des Raststättenbetreibers Tank & Rast zu hören. Man unterstützte den Börsengang, sagte ein Sprecherin. Details zur Zukunft der bislang gehaltenen 30,6 Prozent würden erst mit dem Termin des Börsengang veröffentlicht.

Die Lufthansa-Aktie drehte am Mittag in die Gewinnzone und stand gegen 13.40 Uhr 0,84 Prozent im Plus bei 10,75 Euro.

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