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Lufthansa und Deutsche Post legen Zahlen vor

Nach den deutlichen Kursverlusten im Deutschen Aktienindex (Dax) in den vergangenen Tagen dürften nach Einschätzung von Börsianern in der kommenden Woche die Titel von Bayer und der Deutschen Telekom erneut das Interesse auf sich ziehen. Die Papiere beider Gesellschaften haben allein in den vergangenen zehn Tagen jeweils rund ein Viertel ihres Wertes verloren und damit den Dax erheblich belastet.

rtr FRANKFURT. Am Freitag schloss der Dax 2,6 % tiefer bei 5 222 Punkten, nachdem er im Verlauf bei 5 174 Zählern den tiefsten Stand seit Oktober 1999 erreicht hatte. Im Vergleich zur Vorwoche hat der Index damit rund 3,9 % eingebüßt. Börsianer schließen eine weitere Talfahrt nicht aus. Im Fokus der Anleger dürften in der kommenden Woche unter anderem Geschäftszahlen von Lufthansa und der Deutschen Post stehen.

Die Aktien der Deutschen Telekom dürften nach Einschätzung von Börsianern weiterhin von Sorgen am Markt über den bevorstehenden Rückfluss von T-Aktien seitens ehemaliger VoiceStream-Aktionäre belastet werden. Im September läuft bei den VoicesStream-Eignern eine Haltefrist für die Papiere der Telekom aus. Der Bonner Konzern hatte im Mai den US-Mobilfunker übernommen und die Transaktion größten Teils mit eigenen Aktien bezahlt. "Der Wert wird solange unter Druck bleiben, bis klar ist, wie viele T-Aktien in den Markt gebracht werden. Der Markt muss diese Gewissheit haben", sagte Boris Böhm, Fondmanager bei Nordinvest. Am Freitag war die T-Aktie mit Verlusten von rund fünf Prozent auf ein 42-Monats-Tief auf 17,11 ? gefallen.

Dax-Ausblick: Die 5000 Punkte sind in Sichtweite

Mit Blick auf die Aktien von Bayer gehen Börsianer davon aus, dass eine technische Erholung den Papieren ein wenig Auftrieb verleihen könnte. Nach der Bekanntgabe des Vermarktungsstopps ihres Cholesterin-Medikaments Lipobay/Baycol Mitte vergangener Woche haben die Papiere um rund 27 % an Wert verloren. "Bei Bayer könnte es Shorteindeckungen geben, die den Aktien nach oben verhelfen; Ich denke bis maximal 36 ?", sagte Jörg Schreiweis von der DG Bank. Insgesamt dürften die negativen Nachrichten den Wert allerdings weiterhin überschatten. Am Freitag hatte der US-Anwalt Ed Fagan und sein Münchener Kollege Michael Witti angekündigt, sie wollten Geschädigte des zurückgezogenen Medikaments weltweit in eine Sammelklage in den USA einbeziehen. Auch in Frankreich wurde eine erste Beschwerde bei Gericht eingereicht. Bei den Transportwerten im Dax dürften die Lufthansa das Interesse auf sich ziehen. Am Mittwoch wird die Lufthansa voraussichtlich ihre Halbjahreszahlen veröffentlichen. Analysten gehen davon aus, dass die seit Monaten anhaltende weltweit schwache Konjunktur das Ergebnis bei dem Konzern belastet hat. Zudem dürfte der Pilotenstreik deutliche Spuren hinterlassen haben. Von Reuters befragte Analysten gehen davon aus, dass das operative Ergebnis bei der Lufthansa im Vergleich zum Vorjahr um rund 70 % auf 104 Mill. ? gefallen ist.

Daneben dürften auch die Titel der Deutschen Post im Mittelpunkt stehen. Am Dienstag wird beim dem Unternehmen die Bekanntgabe eines gestiegenen Halbjahresergebnisses erwartet. Zehn von Reuters befragte Analysten gehen davon aus, dass die Post ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) zwischen 1,33 Mrd. und 1,505 Mrd. ? erzielt hat. Im Vorjahreszeitraum hatte die Post einen Gewinn von 1,436 billion Mrd. ? verbucht. Post-Vorstand Klaus Zumwinkel sagte in einem Interview mit Reuters am Freitag: "Wir haben im ersten Halbjahr deutliche Steigerungen bei Betriebsergebnis und Umsatz erzielt." Es werde bei den Zahlen definitiv keine bösen Überraschungen geben.

Des Weiteren stehen in der kommenden Woche Bilanzdaten unter anderem von Preussag, MAN und Fraport zur Veröffentlichung an. Mit Blick auf den weiteren kurzfristigen Verlauf des Dax äußerten sich Börsianer pessimistisch. Der Index könne zunächst bis 5 000 Punkte weiter fallen, sagte Robert Halver, Aktienstratege bei Delbrück Asset Management. "Wir haben neben dem derzeit etwas stärkeren Euro weiterhin Probleme im Unternehmenssektor. Da kann man die ganzen Branchen durchgehen, da hält sich nichts mehr stabil, außer vielleicht bei den Banken." Mit einer Trendumkehr am Markt ist Chartanalyst Timm Wege von der Bankgesellschaft Berlin zufolge wohl zumindest bis Ende des Jahres nicht zu rechnen. "Ich gehe davon aus, dass wir eine echte Trendwende erst dann schaffen, wenn wir mehrere Quartale hintereinander positive Gewinnüberraschungen, insbesondere im Technologiesektor sehen. Das bleibt derzeit eindeutig aus." Die nächsten Unterstützungen für den Dax liegen seinen Berechnungen zufolge bei 5 100 sowie 4 750 Punkten.

Die wichtigsten Termine der kommenden Woche haben wir für Sie in folgende Tabelle zusammen gestellt: Unternehmenstermine in Euroland

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