Lufthansa und Metro unter Druck
Dax schließt schwächer

Der Dax ging mit einem Verlust von 2,79 % bei 3 609 Punkten aus dem Handel.

Reuters FRANKFURT. Im Blickpunkt des Marktgeschehens standen die Metro-Papiere, die unter dem pessimistischen Ausblick des Einzelhandelsverbandes litten. Die Lufthansa-Aktien gaben Händlern zufolge wegen der stärkeren Konkurrenz auf dem Markt für Billigflüge sowie neuen Ängsten vor Anschlägen nach. "Insgesamt schläft aber der ganze Markt", sagte ein Frankfurter Aktienhändler mit Blick auf die fehlenden Impulse aus den USA, wo die Börsen am Montag feiertagsbedingt geschlossen blieben.

Am Neuen Markt gab der Auswahlindex Nemax50 1,65 % auf 481 Zähler nach. Der MDax für mittelgroße Werte notierte 0,35 % tiefer bei 3391 Punkten. Der Stoxx50-Index der wichtigsten europäischen Aktien verlor 2,13 % auf 2651 Stellen.

Lufthansa unter Druck

Die Lufthansa -Anteile kosteten mit 12,14 Euro 5,75 % weniger als noch am Freitag und führten die Dax-Verliererliste an. "Wir sehen weiter Druck auf der Aktie, weil es Sorgen gibt, dass die Lufthansa angesichts der Discount-Aktivitäten der Konkurrenz Marktanteile einbüßen könnte", sagte ein Aktienhändler. Zuletzt hatte die Tui ihre Pläne konkretisiert, wonach der Aufbau einer eigenen Billig-Fluglinie bevorsteht. Analysten sagten zudem, neue Ängste vor Anschlägen und Flugzeugentführungen lasteten auf den Aktien der Luftfahrtbranche. Am vergangenen Donnerstag war ein 29-jähriger Schwede festgenommen worden, nachdem Sicherheitskräfte auf einem Flughafen nähe Stockholm in seinem Handgepäck eine geladene Pistole gefunden hatten.

Einzelhandelsverband pessimistisch

Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels wird nach den Worten seines Präsidenten Hermann Franzen die Umsatzprognose 2002 erneut senken. Der Sommer sei "katastrophal gelaufen", sagte Franzen Reuters. Die Metro-Aktien reagierten mit einem Kursverlust von 5,1 % auf 24,58 Euro. "Es sieht nicht mehr so aus, dass sich die Lage im dritten Quartal bessert", sagte Analyst Herbert Sturm von der DZ Bank. Die Hoffnung ruhe allein auf dem Weihnachtsgeschäft. Im MDax fielen die Titel von KarstadtQuelle um 2,8 %.

Unter Abgabedruck standen auch die Titel der Technologiefirmen Infineon und SAP sowie der Deutschen Telekom, die jeweils um fast 5 Prozent verloren. Auf der Gewinnerseite stand Degussa mit einem Plus von 4,9 % auf 30,99 Euro.

Im MDax verloren die Aktien von Babcock Borsig 19,3 % auf 0,46 Euro. Knapp zwei Monate nach Bekanntgabe der Zahlungsunfähigkeit hat das Duisburger Amtsgericht über das Unternehmen und Tochtergesellschaften ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Die Puma -Papiere legten unterdessen 5,44 % auf 56,99 Euro zu. Der Sportartikelhersteller hält trotz der Prognosesenkung zweier US-Sportgeschäftsketten an den Erwartungen für sein US-Geschäft im Gesamtjahr fest.

Comdirect mit Restrukturierungsprogramm

Die Aktie der am Neuen Markt gelisteten Onlinebank Comdirect verlor 0,7 % auf 4,17 Euro. Das Institut hatte ein Restrukturierungsprogramm angekündigt, das zunächst zu Kosten in Höhe von 32 Mill. Euro führen wird. Angeführt wurde die Verliererliste beim Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax50 von den Anteilsscheinen der D.Logistics AG mit einem Abschlag von rund 8,2 % auf 2,02 Euro. Analysten verwiesen auf die schwache Kommunikationsarbeit des Unternehmens, die die Anleger in der derzeitigen gesamtwirtschaftlichen Lage verunsichere. Vorstandschef Detlev Hübner hat nach Angaben einer Sprecherin zuletzt seinen Anteil an dem Logistikspezialisten auf rund 30 % aufgestockt. Mit diesen Käufen drücke er seine Zuversicht in die Entwicklung des Unternehmens aus, sagte die Sprecherin.

Die Papiere des Mobilfunkanbieters Mobilcom gaben 4,6 % auf 6,20 Euro ab, nachdem das "Wall Street Journal" in einem Bericht die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens in Zweifel gezogen hatte.

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