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Lufthansa und Piloten-Vertreter verhandeln wieder

Die Deutsche Lufthansa AG und die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) haben am Montag ihre Tarifverhandlungen fortgesetzt. Sollten die Parteien bis Donnerstag keine Einigung erzielen, muss erneut mit einem Streik gerechnet werden.

Reuters FRANKFURT. VC-Sprecher Georg Fongern bestätigte die Wiederaufnahme der Gespräche, machte aber keine Angaben zum Verlauf des Treffens an einem geheim gehaltenen Ort. Sollten die Parteien bis Donnerstag keine Einigung erzielen, muss erneut mit einem Streik der rund 4200 von VC vertretenen Lufthansa-Piloten gerechnet werden. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, die rund 55 000 Beschäftigte des Boden- und Kabinenpersonals der Lufthansa vertritt, warnte das Unternehmen davor, die "Einkommensgerechtigkeit" zwischen den Mitarbeitergruppen des Konzerns aus Spiel zu setzen.

Seit Anfang Februar versuchen Lufthansa und Vereinigung Cockpit, einen Tarifabschluss für die Flugzeugführer zu erzielen. Die VC hatte nach ihren ursprünglichen Forderungen von 35 % zuletzt noch Gehaltszuwächse um 24 % sowie eine Gewinnbeteiligung gefordert. Die Lufthansa hatte 10,6 % plus Prämie angeboten. Die Piloten wollen nach VC-Angaben solange jeden Donnerstag die Arbeit niederlegen, bis ein Abschluss steht. Nach dem jüngsten Streik hatten beide Seiten die Hoffnung geäußert, schon bald zu einer Einigung zu kommen und weitere Streiks verhindern zu können. Cockpit-Sprecher Fongern hatte am Wochenende allerdings spontane Streiks als möglich bezeichnet, sollte es keine Fortschritte geben.

Als Folge des Piloten-Tarifstreits droht der Lufthansa auch eine neue Auseinandersetzung um die Gehälter für das von Verdi vertretene Boden- und Kabinenpersonal. "Der Lufthansa-Vorstand muss wissen, dass Zugeständnisse an die Piloten nicht ohne Folgen für die Beschäftigten am Boden und in der Kabine bleiben können", erklärte Verdi-Vorstand Jan Kathemann am Montag. Er sehe zwar keinen Anlass für eine "Nachschlagdiskussion". Kathemann verwies aber auf die bereits laufenden Verhandlungen zu anderen tariflichen Regelwerken wie etwa den Entgeltrahmen des Bodenpersonals oder die Vergütungsstruktur der Kabinen-Mitarbeiter. Verdi und Lufthansa hatten sich vor einigen Wochen auf eine lineare Erhöhung der Löhne und Gehälter des Boden- und Kabinenpersonals von 3,5 % geeinigt.

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