Lufthansa und T-Aktie im Aufwind
Dax weiterhin fest

Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Mittwoch fester präsentiert, wobei die Titel der Lufthansa mit deutlichen Kurszuwächsen das Interesse der Anleger auf sich zogen. Die Aktien der Fluggesellschaft stiegen am Nachmittag um zeitweise mehr als sieben Prozent, was Händler auf die Verlängerung der Haftungsgarantien für Fluggesellschaften durch die Bundesregierung zurückführten.

Reuters FRANKFURT. Daneben sorgten eine erneut feste Tendenz der US-Börse Nasdaq für eine freundliche Stimmung bei den Technologiewerten. Zudem würden Spekulationen über eine mögliche Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag die Kurse beflügeln, hieß es weiter. Mit Blick auf den jüngsten deutlichen Anstieg des Dax sei aber Vorsicht angebracht. Möglich sei eine deutliche Korrektur in nächster Zeit. Der Dax hat in den vergangenen zwei Wochen um mehr als acht Prozent zugelegt.

Das wichtigste deutsche Börsenbarometer Dax zog bis rund zwei Stunden nach Auftakt der US-Börsen um 1,7 % auf 4785 Punkte an. Am Neuen Markt zog der Auswahlindex Nemax 50 um rund 0,6 % auf 1073 Zähler an. "Es sieht danach aus, als würden sich viele Leute mit ihren Investitionen zurückhalten", sagte ein Händler. "Sie versuchen ihre Positionen über den Dax-Future abzusichern und so läuft der Kassamarkt hinterher."

Größter Gewinner im Dax waren die Aktien der Lufthansa mit einem Plus von 7,3 % auf 12,93 Euro. "Der Hauptgrund (für den Anstieg) sind die staatlichen Garantien, die beibehalten werden", sagte ein Händler. Die Bundesregierung hatte zuvor mitgeteilt, die Haftungsgarantien für deutsche Fluggesellschaften nach den Anschlägen in den USA um einen weiteren Monat verlängern zu wollen. Die Garantien für die Versicherungen der Fluggesellschaften wären am Donnerstag ausgelaufen.

Daneben legten auch die Aktien der meisten Technologieunternehmen zu. Zu den größten Kursgewinnern gehörten die Aktien der Deutschen Telekom, die um 4,3 % auf 19,20 Euro anstiegen. Siemens gewannen 5,6 % auf 55,17 Euro hinzu, Epcos stiegen um 4,6 % auf 50,93 Euro, Infineon gewannen 1,9 % auf 18,34 Euro hinzu. Dagegen gaben die Titel von SAP um 0,46 % ab, was Händler auf verschiedene Herunterstufungen durch Analysten in den vergangenen Tagen zurückführten.

Größter Verlierer im Dax waren die Aktien von Adidas-Salomon mit einem Abschlag von mehr als 4,5 % auf 64,05 Euro. Analysten, Händler und Fondsmanager konnten sich die Verluste nicht fundamental erklären, verwiesen aber auf technische Faktoren. "Es muss sich um eine technische Korrektur bei Adidas handeln, die Aktie ist in den letzten Tagen gut gelaufen", sagte ein Händler. Seit ihrem tiefsten Stand in diesem Jahr am 21. September bei 46 Euro sind die Titel um mehr als 35 % gestiegen. Ein anderer Börsianer verwies allerdings auf eine Umsatzwarnung des Konkurrenten Reebok vom Vortag, die den Wert belaste.

Mit Blick auf die am Donnerstag stattfindende Ratssitzung der EZB äußerten sich die Börsianer fast unisono optimistisch, dass die Zentralbank die Leitzinsen senken werde. "Ich denke, 25 Basispunkte sind eingepreist und sollte nichts kommen, wird das den Markt sehr enttäuschen", hieß es.

Die im MDax notierte Aktie der Beate Uhse AG fiel um mehr als 18 % auf 9,00 Euro, nachdem das Unternehmen seine Ergebniserwartungen für 2001 halbiert hatte. Die ebenfalls im MDax notierten Aktien der Software AG verloren um mehr als 8,5 % auf 44,20 Euro. Das Papier war mit einem Abschlag von rund zehn Prozent in den Handel gestartet, nachdem das Unternehmen vor Börsenbeginn mitgeteilt hatte, Ergebnis und Umsatz im dritten Quartal deutlich gesteigert zu haben, die Umsatzplanungen für das Gesamtjahr aber nicht ganz erreichen zu können. Nach Angaben der Gesellschaft wird das vierte Quartal in diesem Jahr das schwierigste Quartal für die Branche werden.

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