Lufthansa unter Abgabedruck
Schwacher Ifo-Index belastet deutsche Aktien

"Der Ifo-Index war schlecht. Jetzt sind die Leute verunsichert, ob sie kaufen oder ihre Gewinne mitnehmen sollen", sagte ein Frankfurter Händler. Zeitweise hatten Hoffnungen auf eine weitere Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) den Dax beflügelt.

Reuters FRANKFURT. "Der Markt wartet insgesamt auf neue und klare Impulse", sagte ein Händler. Im Mittelpunkt des Handels standen die Papiere von MAN und der Lufthansa.

Der Dax fiel bis zum späten Nachmittag um 0,5 % auf 5070 Punkte. Am Neuen Markt verlor der Auswahlindex Nemax50 hingegen 0,21 % auf 1285 Punkte. Der MDax für die mittelgroßen Werte tendierte kaum verändert bei 4279 Punkten. In den USA büßte der Dow-Jones-Index der Standardwerte 0,77 % auf 9825 Punkte ein. Die Technologiebörse Nasdaq verlor 1,18 % auf 1858 Zähler.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex für Westdeutschland fiel im Oktober mit 84,7 (Vormonat: 85,0) Punkten auf den niedrigsten Stand seit acht Jahren. Nach den Worten von Ifo-Volkswirt Gernot Nerb ist die Talsohle noch nicht erreicht. Mit einer Wende sei jedoch im ersten Quartal 2002 zu rechnen. Auch Christoph Hausen, Volkswirt bei der Commerzbank, sieht noch keine Talsohle. "Die EZB wird weiter handeln müssen. Wir erwarten im nächsten Jahr weitere Zinssenkungen um insgesamt 50 Basispunkte." Die Hoffnung auf weitere Zinssenkungen führten Händlern zufolge zeitweise zu Kursaufschlägen im Dax.

Die Fehleingabe eines Future-Geschäftes vom Dienstag, die kurzzeitig auch die Aktien deutlich belastet hatte, habe der Markt verdaut, sagten Händler. "Die meisten, die nach dem Fehler Future-Geschäfte und gleichzeitig Kassageschäfte getätigt hatten, dürften sofort nach der Entscheidung der Deutschen Börse ihre Positionen glatt gestellt haben", sagte ein Händler. Die Deutsche Börse hatte am Vortag mitgeteilt hatte, alle Future-Geschäfte, die im Zusammenhang mit der Fehleingabe getätigt wurden, aufzuheben. Aktiengeschäfte blieben von dieser Regelung allerdings unberührt.

Unter Abgabedruck standen die Papiere der Deutschen Lufthansa , die um fast fünf Prozent auf 15,40 ? fielen. Händler sagten, der Kurs werde von Spekulationen um eine bevorstehende Ausgabe einer Wandelanleihe belastet. "Das würde zu einer Verwässerung der Anteile führen", sagte ein Händler. Die Lufthansa dementierte am Mittwoch, die Ausgabe einer Wandelanleihe zu planen. Verschiedene Aktienhändler sagten jedoch, die Ausgabe sei sehr wahrscheinlich. Außerdem laste der wieder gestiegene Ölpreis, der zu höheren Kosten führen könne, auf der Aktie.

Die Papiere von MAN verloren nach der Vorlage von Geschäftszahlen 3,3 % auf 21,95 ?. "Die Zahlen sind absolut enttäuschend und der Ausblick ist auch schlecht", sagte ein Händler. Der Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern rechnet für das Gesamtjahr mit einem Gewinneinbruch um 70 % und streicht insgesamt 6000 Stellen. Die Analysten der WestLB sehen nach den jüngsten Zahlen auch für 2002 Revisionsbedarf beim Gewinn.

Deutlich leichter tendierten auch die Technologieaktien Epcos und Infineon. Epcos büßten mehr als vier Prozent und Infineon fast vier Prozent ein. Händler sprachen von anhaltenden Gewinnmitnahmen.

Dagegen legten die weniger schwankungsanfälligen Titel Eon, Fresenius und Schering zu. Eon stiegen um mehr als drei Prozent auf 60,46 ?. Fresenius und Schering legten jeweils mehr als zwei Prozent zu. Den Kursgewinnen lagen Händlern zufolge keine neuen Unternehmensnachrichten zu Grunde.

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