Lufthansa weiter im Sinkflug
Dax verliert Großteil der Vortagesgewinne

Bei anhaltend angespannter Stimmung am Markt und dünnen Umsätzen hat der Dax am Dienstag einen Großteil seiner am Tag der Wiedereröffnung der US-Börsen gemachten Gewinne abgegeben.

Reuters FRANKFURT. "Am Markt ist eine Angst vor einem größerem Krieg spürbar", sagte ein Händler. Einen tagesaktuellen und gesamtmarktbewegenden Grund für die Kursverluste gebe es nicht. Vielmehr dominierten die Sorgen um die möglichen weltpolitischen Folgen der Anschläge den Handel. Der Markt werde auch in den kommenden Tagen sehr sensibel auf politische Neuigkeiten reagieren, hieß es. Im Mittelpunkt des Handels standen die Papiere der Deutschen Lufthansa und Adidas-Salomon .

Der Dax gab am Vormittag rund zwei Prozent auf 4143 Punkte ab. Am Vortag hatte der Index trotz der deutlich schwächeren Wiedereröffnung der US-Börsen nach den Anschlägen 2,88 Prozent zulegen können. Händler hatten die Gewinne auf die zuvor übertriebenen Abschläge des Dax zurückgeführt. Die Indizes des Neuen Marktes fielen ebenfalls um rund zwei Prozent.

Unsicherheit bleibt

"Die Amerikaner müssen sehr vorsichtig sein", sagte ein Händler mit Blick auf die mögliche Reaktion der USA auf die Anschläge der Vorwoche. Falls die USA eine Allianz aus vielen, auch arabischen Völkern gegen den Terrorismus anführen sollten und dann eine effiziente Militäraktion durchführen sollten, werde die Börse positiv reagieren. Das verbleibende Risiko könne sich allerdings auch in den kommenden Tagen in weiter fallenden Aktienkursen niederschlagen. Zumal die Ängste vor einer Rezession, die die Gesamtwirtschaft und nicht nur die Industrie erreicht, immer wahrscheinlicher werden, hieß es.

Im Blickpunkt des Handels standen die Papiere des weltweit zweitgrößten Sportartikelherstellers Adidas, die zeitweise rund neun Prozent auf ein Jahrestief von 55,65 Euro fielen. Händler sagten, die beschlossene Kapitalerhöhung belaste den Kurs und verwässere den zukünftigen Gewinn. Am Morgen hatte Adidas mitgeteilt, für 75 Millionen Euro aus einer Kapitalerhöhung beim Bundesliga-Fußballverein FC Bayern München einzusteigen.

Lufthansa weiter im Sinkflug

Unter Abgabedruck standen erneut die Papiere der Lufthansa, die um knapp sechs Prozent auf 10,65 Euro fielen. Eine Gewinnwarnung der Fluggesellschaft werde immer wahrscheinlicher, sagte ein Börsianer. Einem Medienbericht zufolge wird die Lufthansa bei ihrem operativen Ergebnis deutlich unter der 500-Millionen-Euro-Marke liegen. Außerdem stuften die Analysten von ABN Amro die Papiere der meisten europäischen Fluggesellschaften herunter, darunter auch die Lufthansa, die nun nur noch mit "Add" statt bisher "Buy" bewertet wird

.

Mehr als vier Prozent leichter tendierten die Titel von SAP bei 108,40 Euro. Am Vormittag hatte das Bankhaus Merck Finck die Aktie des Softwarekonzerns auf "Marketperformer" von zuvor "Outperformer" heruntergestuft. Die Umsätze in den USA werden im zweiten Halbjahr 2001 nach den Anschlägen schwächer als erwartet ausfallen, hieß es zur Begründung.

Die Aktie der Münchner Rück bleibt weiter orientierungslos

Weiterhin orientierungslos tendierten die Anteilsscheine der beiden großen Versicherungskonzerne Allianz und Münchener Rück, die zeitweise zulegten, dann aber wieder schwächer tendierten. Händler führten die starken Kursschwankungen auf die Unsicherheit der Anleger zurück. Es sei noch nicht absehbar, ob nun höhere Schadensansprüche gegen die Versicherer oder mittelfristig höhere Prämien auf Versicherungs-Dienstleistungen die Aktien beflügeln oder belasten würden.

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