Lufthansa weiter mit Aufwind
Telekom und Allianz ziehen den Dax

Angeführt von den deutlichen Kursgewinnen bei den Aktien der Deutschen Telekom und der Allianz hat der Dax am Vormittag nach anfänglichen Abschlägen in die Gewinnzone gedreht und knapp zwei Prozent zulegen können.

dpa-afx/vwd FRANKFURT. "Beide Firmen sind für etwa die Hälfte des Index-Anstiegs verantwortlich", sagte ein Händler. Dennoch bliebe die Verunsicherung und Zurückhaltung nach den Anschlägen in den USA am Markt bestehen, sagte ein Börsianer. "Solange die politischen Folgen der Anschläge noch unklar sind, wird der Dax immer wieder richtungslos sein." Die freundlichere Entwicklung zog auch die meisten anderen Dax-Titel ins Plus.



Es habe bislang noch keine Meldungen in Bezug auf einen Gegenschlag der USA gegeben. Sollten von der politischen Seite im Tagesverlauf jedoch neue negative Nachrichten kommen, könne es auch wieder sehr schnell nach unten gehen, gibt ein Händler zu bedenken. Tagesgewinner sind derzeit Deutsche Post, die um 3,8 % auf 14,19 Euro zulegen. Investoren würden jetzt bei diesem in den vergangenen Wochen stark gefallenen Titel wieder einsteigen, sagt ein Händler. Daneben beflügele natürlich auch die sich europaweit verbessernde Stimmung für Logistik-Aktien.

SAP leidet unter widersprüchlichen Investmenthaus-Empfehlungen

Größter Verlierer sind dagegen SAP , die 3,5 % auf 105,76 Euro abgeben. Der gesamte Software-Sektor stehe unter Druck, sagen Beobachter. Daneben belasteten weiterhin Befürchtungen über eine Senkung der Konzern-Prognosen für 2001 die Stimmung.

Zur Zeit befänden sich für SAP widersprüchliche Empfehlungen verschiedener Investmenthäusern im Markt, sagte ein Frankfurter Händler. Das verunsichere die Anleger. "In diesen Zeiten ist es allerdings so, dass vor allem die negativen Stimmen wahrgenommen werden", begründete er die aktuellen Kursverluste bei .

Noch am vergangenen Montag hatten die Analysten der Investmentbank Merrill Lynch das Rating für die Aktien des Softwareunternehmens von "Accumulate" auf "Buy" erhöht. Am heutigen Mittwoch jedoch habe das Schweizer Bankhaus Julius Bär das Papier von "Buy auf "Reduce" heruntergestuft, sagte der Händler. Dies habe für große Verunsicherung am Markt gesorgt und erneut die Befürchtung geweckt, SAP könne möglicherweise seine Prognosen für das dritte Quartal nicht einhalten.

Infineon und Epcos weiter unter Druck

Siemens legen 1,3 % auf 43,80 Euro zu, und Deutsche Telekom gewinnen 2,7 % auf 16,48 Euro. Charttechnisch könne die T-Aktie nach Überwinden der Marke von 16,00 Euro jetzt bis 19,00 Euro steigen, meint ein Beobachter. Im Technologiesektor stehen lediglich Epcos und Infineon noch unter Druck.

Der Markt warte am Mittwoch auch auf Aussagen zu den Auswirkungen der Terroranschläge auf den Geschäftsverlauf von Lufthansa , sagt ein Händler. Sollten dabei keine weiteren negativen Überraschungen herauskommen, könnte sich der Kurs noch weiter erholen. Aktuell gewinnen Lufthansa 3,8 % auf 10,90 Euro. Meldungen über eine mögliche Übernahme von Buderus durch Bosch beflügelt den Aktienkurs um 8,9 % auf 23,95 Euro. Allerdings befänden sich die Gespräche noch in einem sehr frühen Stadium, heißt es. Am Morgen hatte Buderus mitgeteilt, dass das Unternehmen eine Beteiligung von Bosch ablehnt

Behauptet tendierten die Anteilsscheine von Daimler-Chrysler . Am späten Dienstagabend hatte die amerikanische Rating-Agentur Standard & Poors's (S&P) mitgeteilt, möglicherweise ihre Einstufung für die Daimler-Chrysler-Aktien zu senken. S&P begründete ihre Überlegungen mit dem gefallenen US-Verbrauchervertrauen als Folge der Anschläge in den USA, das den Abwärtstrend der Autoverkäufe verstärke.

Versicherer legten zu

Auch die Titel der beiden Versicherer Allianz und Münchener Rück legten an Wert zu. Allianz-Papiere gewannen knapp vier Prozent auf 248,90 ?, Münchener Rück-Aktien um mehr als zwei Prozent 266,55 ?. Händler sagten, die Versicherer stünden angesichts der politischen Ereignisse in den USA täglich im Blickpunkt des Interesses. Eine mittelfristige Tendenz nach den Anschlägen in den USA sei noch nicht erkennbar. Die Titel der Versicherer präsentierten sich bereits in den Vortagen sehr volatil.

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