Lufthansa weitet Verluste aus
Deutsche Aktien schließen mit leichten Verlusten

Etwas leichter hat der deutsche Aktienmarkt den ersten Tag der Woche hinter sich gebracht. Der Dax verlor 0,3 % bzw. 14,29 Punkte auf 5 207,83 Punkte. Im Tagesverlauf hatte der Dax noch deutlicher im Minus gelegen; nach Gewinnen an der Wall Street drehte der Index dann kurzzeitig leicht ins Plus.

vwd FRANKFURT. Es habe keine sonstigen Impulse und keine Zahlen gegeben, die das kurzzeitige Plus am deutschen Markt erklären könnten, sagt eine Beobachterin. Die Kursgewinne in den USA wurden in erster Line als technische Reaktion auf die Abschläge zu Handelsbeginn gewertet und nicht als Reaktion auf die um 16.00 Uhr MESZ veröffentlichten Konjunkturdaten.

Bereits am Mittag hatten Händler von einem richtungslosen Handel gesprochen und damit gerechnet, dass der deutsche Markt sich stark an der US-Entwicklung orientiere. Auf der Verliererseite im Dax standen SAP, die um 3,5 % auf 150,25 Euro fielen. Nach Einschätzung eines Händlers hatten sich SAP gegen Ende vergangener Woche besser als der fallende Markt gehalten, weil ein größerer Käufer aufgetreten sei. Dieser Käufer fehle jetzt, darum hätten SAP zeitweise mehr als vier Prozent verloren. Auch ein Analyst sah für den Kursverlust keinen fundamentalen Grund. Ebenfalls nachrichtenlos stark unter Druck standen erneut MLP mit einem Abschlag von 6,6 % auf 66,76 Euro.

Lufthansa weiteten ihre Verluste vom Handelsbeginn im Tagesverlauf auf 5,9 % aus, das entspricht einem Kurs von 16,55 Euro. Nach Einschätzung von Beobachtern ist das Minus der Fluggesellschaft auf eine Herunterstufung des Luftfahrtsektors durch die Analysten von Goldman Sachs zurückzuführen. Im Zuge dieser Analyse seien auch die Gewinnprognosen für die Lufthansa reduziert worden. Händler meinten zudem, vor den Halbjahreszahlen am Mittwoch kursiere die Angst vor einer Gewinnwarnung der Fluggesellschaft. VW gaben mit einem Streik in Mexiko 1,3 % auf 48,65 Euro ab; Deutsche Telekom fielen um 0,5 % auf 17,30 Euro.

Auf Erholungskurs lagen dagegen weiter Bayer, die um 3,2 % auf 34,40 Euro stiegen. Das Unternehmen geht weiterhin von steigenden Umsätzen im laufenden Jahr aus. Zudem spricht angeblich der Glaxo-Konzern mit Bayer über den Kauf der Pharmasparte. BASF gewannen im Windschatten von Bayer 1,1 % auf 44,45 Euro. Auch Fresenius Medical Care verteuerten sich um vier Prozent auf 90,57 Euro. Ein Analyst führte den Kursanstieg darauf zurück, dass die Aktien des Unternehmens angesichts der stabilen Geschäftsentwicklung als sicherer Hafen angesehen würden. Zudem profitiere die Gesellschaft von einem schwächeren US-Dollar.

In der zweiten Reihe fielen Sixt um 8,8 % auf 9,30 Euro. Nach Einschätzung eines Analysten leidet das Unternehmen unter drei Faktoren. Zu einen stehe Sixt wegen des Preiskrieges bei der Vermietung unter Druck, zum anderen wegen der niedrigen Gebrauchtwagenpreise. Der dritte und entscheidende Faktor sei aber die schlechte Kommunikation der Gesellschaft. "In guten Zeiten ist es den Leuten egal, aber in schwierigen Zeiten wird eine schlechte Informationspolitik doppelt und dreifach bestraft", sagt ein Beobachter. "Die Anleger befürchten einfach, nicht rechtzeitig von negativen Entwicklungen zu erfahren."

Presseberichte, denen zufolge Babcock Borsig ein Millionenverlust wegen drohender Zusatzkosten eines Auftrags in Schweden droht, wurden von Händlern in erster Linie als Spekulation eingeschätzt. Man müsse jetzt warten, bis Zahlen auf dem Tisch lägen. Die Risiken seien seit rund fünf Wochen bekannt, und seitdem gebe es vom Unternehmen offiziell nichts Neues, sagte ein Analyst. Babcock Borsig rutschten um zwölf Prozent auf glatt sieben Euro.

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