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Lufthansa will das E-Business ausbauen

Die Deutsche Lufthansa will ihren Bereich E-Business komplett neu strukturieren. Geplant ist dabei auch, einige Geschäftsbereiche massiv auszubauen und diese Tochterunternehmen dann an die Börse zu bringen.

HB FRANKFURT. "Wir wären dabei durchaus bereit, auf die Mehrheitsbeteiligung an diesen Töchtern zu verzichten", sagte Jürgen Weber, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Lufthansa, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Ziel sei es, eine nach Kunden ausgerichtete Holding zu gründen für das gesamte Geschäft mit der Informationstechnologie.

Der Lufthansa-Chef hat bereits einige Töchter für einen Börsengang im Visier. "Kandidat für einen Börsengang ist beispielsweise die E-Commerce GmbH", so Weber. In dieses Unternehmen hat die Lufthansa Anfang dieses Jahres ihren gesamten Internetvertrieb ausgegliedert. Einen ersten Schritt in die Eigenständigkeit hat die E GmbH, -Commerce die in diesem Jahr 100 Mill.DM umsetzen will, schon gemacht: Seit Juni ist der Touristikkonzern C&N an dem Internetspezialisten beteiligt.

Weitere Kandidaten für einen Weg an die Börse sind nach Einschätzung Webers auch das Kreditkarten- und Reisemanagementunternehmen Air Plus und ein gerade gegründetes Joint Venture um Star Ticket. Star Ticket entwickelt Softwarelösungen für den elektronischen Vertrieb von Eintrittskarten und soll in Kooperation mit dem Axel Springer Verlag und der Deutschen Entertainment AG (Deag) zu einem Internetportal für Freizeitangebote ausgebaut werden. Einen Zeitrahmen für die Börsengänge nannte Weber noch nicht.

Mit diesen geplanten Umbaumaßnahmen baut die Lufthansa ihre Vorreiterrolle aus, die die deutsche Fluggesellschaft bereits heute weltweit im E-Business unter den Airlines einnimmt. Europäische Airlines begannen erst in den elektronischen Vertrieb zu investieren, nachdem die Lufthansa ihren Internetvertrieb in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert hatte. Weber sieht die Lufthansa etwa beim Verkauf von Flügen über das Internet "ganz vorn", räumte aber ein: "Wir wissen, dass wir noch weiße Flecken haben."

Kostensenkungspotenziale gibt es nach Webers Worten durch den geplanten massiven Ausbau des E-Business auch innerhalb der Lufthansa. "Das wird uns einen großen Vorteil bringen, etwa bei der Organisation der Abläufe und der Information der Mitarbeiter", sagte Weber. Als Beispiel nannte er einen Bestellvorgang, dessen durchschnittliche Kosten heute bei 184 DM lägen. "Wenn man das online macht, kostet es nur noch 4,50 Mark und ist in einem Bruchteil der Zeit erledigt."

Als wichtigen nächsten Schritt nannte Weber die Angleichung der EDV-Systeme innerhalb des Luftverkehrsbündnisses Star Alliance. Langfristiges Ziel müsse es sein, dass es für dieses Bündnis von 15 Fluggesellschaften nur noch ein gemeinsames EDV-System gibt.

In Teilen der Star Alliance scheint sich das Lufthansa-System durchzusetzen. Austrian Airlines hat mit dem Beitritt zur Star Alliance im März dieses Jahres bereits die komplette EDV von Lufthansa übernommen. "Und mit British Midland und mit Spanair diskutieren wir", sagte Weber.

Florian Kolf
Florian Kolf
Handelsblatt / Teamleiter Handel und Konsum
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