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Lufthansa will Online-Vertrieb zügig ausbauen

Die Lufthansa will ihren Direktvertrieb über das Internet nach hohen Zuwächsen im vorigen Jahr weiter ausbauen und plant bis zu zehn Partnerschaften mit branchenfremden Online-Portalen. Europas größte Linienfluggesellschaft wolle ihre Marktposition weiter ausbauen und insbesondere in Deutschland zulegen, sagte der Vertriebsvorstand von Lufthansa Passage Airline, Thierry Antinori, am Sonntag auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin.

Reuters BERLIN. Dabei stünden die elektronischen Vertriebskanäle im Vordergrund. Allerdings müssten die Vertriebskosten gesenkt werden. Antinori schloss Provisionskürzungen insbesondere für Online-Partner nicht aus.

Im Jahr 2000 sei die Zahl der Buchungen über das eigene Online-Portal im Vergleich zum Vorjahr um 140 % auf 250 000 gestiegen, sagte Antinori. In diesem Jahr will Lufthansa über das Portal InfoFlyway und die Website www.lufthansa.com erstmals mehr als eine halbe Million Tickets direkt verkaufen. Dies wären rund elf Prozent aller Buchungen. Bis 2005 strebe Lufthansa einen Online-Anteil der Ticketverkäufe von 25 % an, sagte der Vertriebsvorstand. Die große Online-Plattform mit acht weiteren europäischen Airlines OLP werde planmäßig zum 1. Juli starten, sagte Antinori. Die Umsätze aus dem Online-Geschäft wollte der Vertriebsvorstand jedoch nicht nennen. Daraus könnten Wettbewerber Rückschlüsse auf die Effizienz des Direktvertriebs schließen.

Zusätzliche Direktkunden sollen die so genannten Premiumpartnerschaften mit branchenfremden Online-Portalen bringen. Wenige Monate nach T-Online und Amazon seien von der Lufthansa eCommerce GmbH (LHE) zur ITB zwei weitere Kooperationen mit der Qivive AG und eVita vorbereitet worden, sagte der Vertriebsvorstand. Qivive ist ein Zusammenschluss von Start Amadeus, Deutsche Entertainment AG und dem Axel Springer Verlag. eVita ist das Shopping-Portal der Deutschen Post AG.

Service-Verbesserungen angekündigt

LHE-Geschäftsführer Markus Orth erwartet, dass bereits bis Ende nächsten Jahres aus diesen Online-Kooperationen bis zu zehn Prozent zusätzliche Direktbuchungen gewonnen werden können. "Langfristig hoffen wir, dass wir das Geschäft mit den Partnern noch weiter ausbauen können", sagte Orth der Nachrichtenagentur Reuters. "Wir wollen insgesamt zehn Partnerschaften und das Konzept standardisieren." Lufthansa und die Partner nehmen ihre Online-Angebote gegenseitig in ihre "virtuellen Regale" auf. "Entscheidend ist, dass der Kunde zum Beispiel direkt von T-Online aus, etwas bei Lufthansa buchen kann." Der Service für Online-Kunden sowie für Nutzer von WAP-Diensten werde ebenfalls verbessert.

Um die zu hohen Kosten für den Vertrieb zu senken, lässt auch die Lufthansa die Provisionen für den Ticketverkauf durch Online-Anbieter "überprüfen". Sie sollen nach den Worten Antinoris aber nicht komplett gestrichen werden. "Wir müssen Systeme entwickeln, die auch unseren Partnern ermöglichen, sich zu entwickeln." Lufthansa arbeite an einem neuem Vergütungssystem, bei dem es Änderungen geben werde, "aber nicht auf eine Null-Prozent-Basis", sagte Antinori. Die Gesellschaften KLM und Northwest hatten vor wenigen Tagen die Streichung der Ticket-Provisionen angekündigt. Dieser Schritt erscheine ihm "zu radikal", sagte der Lufthansa-Manager.

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