Luftschiff hebt erst 2005
Cargolifter muss Zeitplan ändern

Der Luftschiffbauer Cargolifter kann wegen Finanzproblemen sein wichtigstes Projekt erst später abheben lassen.

dpa BRAND. Der erste Testflug des Luftschiffs CL 160, das Schwerstlasten wie Brücken oder Triebwerke transportieren soll, wurde am Samstag um ein weiteres Jahr auf Frühjahr 2005 verschoben. Einige Monate später soll dann die Serienfertigung anlaufen.

Auf der Hauptversammlung des börsennotierten Unternehmens in Brand bei Cottbus gab Vorstandschef Carl von Gablenz zugleich bekannt, dass das Vorhaben mit voraussichtlich 720 Millionen Euro erheblich teurer wird. Die Unternehmensberatung Roland Berger errechnete sogar Kosten bis zu 880 Millionen Euro. Die Aktionäre billigten ein Finanzpaket, das dieses Jahr rund 210 Millionen Euro in die Kassen bringen soll. Dazu gehören eine Kapitalerhöhung sowie die Ausgabe von weiteren Wandelanleihen.

Die Cargolifter AG (Berlin) steckt bereits seit längerer Zeit in finanziellen Schwierigkeiten. Die Bankguthaben reichen nach Angaben des Vorstandschefs nur noch "bis Mitte April". Deshalb fährt der 1996 gegründete Luftschiffbauer bereits einen Sparkurs. "Wir sind etwa ein Jahr im Verzug", sagte Gablenz. Bisher flossen in die Entwicklung des mit Helium gefüllten "Lastenhebers" CL 160, der Güter von bis zu 160 Tonnen Gewicht befördern soll, schon mehr als 340 Millionen Euro.

Trotz der neuen Schwierigkeiten zeigte sich Gablenz zuversichtlich. "Das Projekt ist technisch machbar. Und wir sind so weit, dass wir es durchziehen werden." Er verwies auf die Berger-Studie, die Cargolifter ein hohes Marktpotenzial bescheinige. Schwarze Zahlen will Cargolifter "ungefähr 2007 oder 2008" schreiben, wie Finanzvorstand Karl Bangert erläuterte.

Das erste selbst verdiente Geld soll in einigen Monaten in die Kassen kommen: Auf der Hauptversammlung gab Gablenz den Verkauf eines ersten Transportballons zum Preis von 9,7 Millionen US-Dollar bekannt. Das kanadische Unternehmen Heavy Lift will mit dem "AirCrane" ("Fliegender Kran") bereits in diesem Winter in Kanada Bohr- und Förderanlagen transportieren. Zudem wurde eine Kaufoption über weitere 25 Ballone vereinbart.

Zu Spekulationen über den baldigen Einstieg eines "strategischen Partners" wollte der Vorstandschef keine Stellung nehmen. Nach Presseberichten laufen bereits seit mehreren Monaten Gespräche mit dem US-Luftfahrtkonzern Boeing. Auf der Hauptversammlung äußerten Aktionärsvertreter Zweifel am Finanzierungsplan. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz kritisierte, dass die Finanzierung immer noch nicht gesichert sei.

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