Lukrative Jobs für den Ex-Premier
„Tony geht ab einer Million ans Telefon“

Für Tony Blair ist der Glaube ein Ansporn. Während Kritiker dem ehemaligen britischen Premierminister einen schweren Fall von Hybris diagnostizieren, macht sich Tony Blair auf, seinen Karriereplan um eine weitere Komponente zu bereichern. Der Alleskönner und die Sammlung lukrativer Jobs.

LONDON. Hello", sagt Tony Blair mit seiner "Packen wir?s an"-Stimme und jeder merkt, dass er wieder die Hand der Geschichte auf der Schulter spürt. Zwei Minuten und 30 Sekunden dauert das "You-Tube"-Filmchen bei tonyblairoffice.org. Blair zeichnete es vor seinem Londoner Büro-Gummibaum auf, bevor er zum Klimadialog mit Ministerpräsident Yasuao Fukudo nach Tokio flog.

Acht mal fällt das Schlüsselwort: "Deal". Der neue Deal, der globale Deal, der revolutionäre Deal, der die Klimagespräche aus der Sackgasse führt. Schwierige Abkommen sind seine Spezialität. Nordirland; Dauerstreit mit Gordon Brown; die zweite Uno-Resolution. War nicht sein größter Ehrgeiz immer, George Bush ins Klimaboot zu bringen? Oder wenigstens Barack Obama oder John McCain?

"Danke", sagt Blair zum Schluss. Flüchtig huscht ein Lächeln um seinen Mund. Nichts, was das Gefühl für den Ernst der Lage stören würde. Gerade genug, uns vor der Verzweiflung zu retten. Tony sieht schon die Lösung vor seinem geistigen Auge. Vielleicht ist er sogar "verrückt optimistisch", wie damals, vor zehn Jahren, bei den Nordirlandverhandlungen.

Bleibt die Frage, wie sich diese Mission in Blairs großen Karriereplan einfügt. Eine Vorstufe oder eine Alternative zum Posten des EU-Präsidenten? Was ist mit seinem Amt als Nahostfriedensstifter? Wer bezahlt die Klimamission? Hatte die "Daily Mail" nicht eine Blair nahestehende Quelle mit den Worten zitiert, "Tony nimmt für weniger als eine Million Pfund nicht einmal das Telefon ab"?

Blair wird das alles wissen. Seine Karriere entfaltet sich wie nach einem von der Vorsehung geschriebenen Plan. Kaum war der Buchvertrag mit Random House über seine Memoiren unterzeichnet (neun Mill. Dollar Vorschuss), wurde er katholisch. Eigentlich Privatsache, aber Missgünstige sahen im Timing sogleich den Karriereschritt Richtung EU-Präsidentschaft. Katholiken kommen in mediterranen Ländern besser an.

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