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Lurgi-Belegschaft nach Bericht über Konzern-Zerlegung schockiert

dpa FRANKFURT/MAIN. Die Lurgi-Belegschaft ist nach einem Bericht über die Zerlegung oder gar Auflösung des Anlagenbau- Unternehmens schockiert. Auf ihre Fragen erhielten die Ingenieure und Angestellten am Montag in der Frankfurter Zentrale jedoch noch keine Antwort. "Unsere Oberen wissen nichts und die Konzernmutter MG Technologies (früher Metallgesellschaft) sagt nichts", kritisierte ein Lurgi-Mitarbeiter.

Lurgi - einst Gewinnquelle der Not leidenden MG Technologies (MG) - soll nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) schon bald "in mehrere Teile zerschlagen" werden. MG-Vorstandschef Kajo Neukirchen denke an die Auflösung der Lurgi-Holding. Sogar die Lurgi-Zentrale in Frankfurt stehe zur Disposition. Damit sei ein Abbau der Belegschaft von 6 200 auf 3 000 Beschäftigte verbunden. Dies ginge weit über das bislang von Neukirchen angekündigte Sanierungskonzept hinaus, das einen Abbau auf 5 000 Stellen vorsah.

MG wollte zu dem Bericht keine Stellungnahme abgeben. Man arbeite derzeit an einem "Feinkonzept für die MG- Aufsichtsratssitzung am 12. Juli", sagte eine Konzernsprecherin. Bis dahin werde das Unternehmen der Öffentlichkeit keine Einzelheiten mitteilen.

Hintergrund der ständig neuen Sanierungskonzepte ist eine Ertragserosion bei Lurgi. Im ersten Geschäftshalbjahr 1999/2000 (30. September) soll ein Verlust von 55 Mill. Euro entstanden sein. Ursprünglich war ein Gewinn von 15 Mill. Euro geplant. Mehr als die Hälfte der Einbußen gehe auf das Konto schlecht kalkulierter Aufträge. Auch ein Betrugsfall der Stahlbau-Tochter Plauen soll die Bilanz mit rund 50 Mill. Euro belasten. Die Verlustlöcher sind ein schwerer Schlag für das Image von Neukirchen, der auch Vorsitzender im Aufsichtsrat der Anlagenbau-Tochter ist.

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