Lust auf mehr
Die Brauereibranche dürstet es nach weiteren Übernahmen

Die Konsolidierung in der Brauindustrie wird auch im kommenden Jahr unvermindert anhalten.

HB DÜSSELDORF. Zwar hat es nach der Übernahme der Dortmunder Brau und Brunnen AG durch die zum Oetker-Konzern gehörende Radeberger Gruppe und dem Verkauf der Holsten-Brauerei an den dänischen Carlsberg-Konzern bereits im zu Ende gehenden Jahr große Zusammenschlüsse gegeben, doch werden sich auch 2005 weitere Kaufgelegenheiten bieten, die sich die Großen der Branche wohl nicht entgehen lassen werden.

So kündigte die Krombacher Brauerei kurz vor Jahreswechsel noch einen großen Coup an. "Wir werden unser Portfolio im Jahr 2005 erweitern", erklärte ein Krombacher-Sprecher gegenüber dem Handelsblatt und verwies, ohne Einzelheiten zu nennen, auf die Jahrespressekonferenz seines Unternehmens Mitte Januar.

Mögliches Ziel einer Akquisition könnte die Brauerei Felsenkeller mit der Marke "Herforder Pils" sein, die die Präsenz von Krombacher im Kernmarkt Nordrhein-Westfalen erheblich verstärken würde. Genügend Geld für den Erwerb der ostwestfälischen Brauerei mit einem Jahresausstoß von 650 000 Hektolitern Bier dürfte nach der stetigen Entwicklung von "Krombacher Pils" zur deutschen Biermarke Nummer eins auf jeden Fall in der Kasse von Brauerei-Chef Bernhard Schadeberg vorhanden sein. Mit Krombacher in Verbindung gebracht wird von vielen Experten auch die Düsseldorfer Privatbrauerei Frankenheim, mit der Schadeberg zumindest schon über eine Kooperation verhandelt hat. Doch sowohl die Brauerei Felsenkeller als auch Frankenheim dementieren die derzeit kursierenden Übernahmegerüchte.

Mit einer entsprechend Aufsehen erregenden Akquisition würden die Siegerländer vor allem die Nachbarn in Grevenstein (Brauerei Veltins) und Warstein (Warsteiner Brauerei) unter Zugzwang setzen. Doch auch Veltins ist nicht untätig geblieben. Während Brauerei-Inhaberin Susanne Veltins sich in einem rückläufigen deutschen Gesamtmarkt vor allem über die positive Entwicklung der Biermischgetränke unter dem Namen "V+" freut, bevorzugt Veltins ansonsten eher kostengünstige Partnerschaften, aus denen beide Parteien dann ihren Gewinn ziehen. Denkbar wäre, dass die Privatbrauerei ihr weit verzweigtes Vertriebsnetz für eine internationale Topmarke öffnet, die den margenstarken Super-Premium-Bereich abdecken könnte, spekulieren Brancheninsider.

Im absoluten Premiumsegment würde sich auch Warsteiner-Chef Albert Cramer gerne tummeln. Nach einer preislichen Neupositionierung greift Warsteiner zwar immer mal wieder nach der Preisführerschaft, findet sich aber häufig durch Aktionspreise des Handels in seiner Strategie zurückgeworfen. Klar ist, dass seit Amtsantritt des Generalbevollmächtigten Gustavo Möller-Hergt in Warstein Rendite vor Absatz geht.

Wenig spektakulär, aber sehr effektiv hat der niederländische Brauriese Heineken seine Beteiligungen in Süddeutschland 2004 vorangetrieben. Über die Brau Holding International, ein Joint-Venture mit Schörghuber, kauften sich die Niederländer bei Fürstenberg und Hoepfner ein - und liegen in Deutschland nun schon auf Rang drei.

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