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Lustlos bei geringem Handelsvolumen

Die Wall Street zeigte zum Wochenauftakt der Investmentwelt die kalte Schulter. Ob Ertragswarnungen, Kauf- oder Verkaufsempfehlungen, der Aktienmarkt ließ sich anscheinend durch nichts und niemanden beeinflussen. Lustlos und bei einem geringen Volumen plätscherte der Handel im Tagesverlauf unentschlossen vor sich hin.

Etwas mehr Gas haben die Bullen erst in der letzten Handelsstunde gegeben. Investoren scheinen mit dem ruhigen Verlauf zufrieden zu sein. "Bis sich Investoren ein besseres Bild über den Zeitpunkt der Wirtschaftserholung machen können, dürfte der Aktienmarkt eine Verschnaufpause einlegen", vermutet Merrill Lynch. Die Konsolidierungsphase könnte sich noch ein bis zwei Wochen hinziehen. Dann sollte jedoch eine zweite Erholungswelle beginnen, die bis Mitte des Sommers andauern könnte. Wichtig ist, dass der Dow Jones Index nicht unter die Marke von 10.800 Punkte fällt und der Nasdaq nicht unter die Marke von 2.052 Punkten.

Die zum Wochenauftakt abwartende Haltung scheint ebenfalls mit der Ertragswarnung des Chipherstellers Cypress Semiconductor in Verbindung zu stehen. Auch wenn die Cypress-Aktie selbst durch die ausgesprochene Umsatzwarnung nicht belastet wurde, hat die Zurückhaltung im Vorfeld der Analystenkonferenz bei Intel am Donnerstag zugenommen. Der Chipsektor gehörte zu den größten Verlierern im S&P 500 Index.

Am Donnerstag wird auch National Semiconductor Quartalszahlen melden. Die Tatsache, dass der Kurs von Cypress Semi trotz einer Umsatzhalbierung in den vergangenen sechs Monaten auf die Warnung kaum reagiert hat, zeigt jedoch, dass ein Großteil der schlechten Nachrichten bereits ausreichend an der Wall Street bekannt sind. Investoren müssen befürchten, dass die Ertragswarnungsphase für das zweite Quartal erneut blutig verlaufen wird. Solange im zweiten Quartal ein fundamentaler Boden erreicht wird, dürfte dies keine sonderlich große Rolle spielen. Wird aber deutlich, dass sich die Erholung ins dritte und vierte Quartal verschiebt, könnte an der Wall Street erneut Ärger drohen.

Laut Lehman Brothers scheint sich dieser Trend vor allem bei Unternehmen im Umfeld der Kommunikationsbranche abzuzeichnen. "Investoren sollten sich auf einige Ertragswarnungen einstellen und auf eher verhangene Kommentare zum Verlauf des dritten Quartals", meint der Analyst Arnab Chanda. Mit Vorsicht betrachtet Chanda unter anderem die Aktien von JDS Uniphase. "Die Managementprognosen zum dritten Quartal dürften noch schlechter als die Aussichten zum zweiten Quartal ausfallen", befürchtet Chanda. Telekom-Werte gehörten neben den Chipwerten zu den größten Tagesverlierern.

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