Lustloser Handel erwartet
Wall Street eröffnet knapp behauptet

Zahlreiche Gewinnwarnungen trübten das Bild am “casual friday“. Neben Mircon Technologies und Symantec sorgte auch Tibco Software mit trüben Geschäftsprognosen und schlechten Quartalsergebnissen für Wirbel.

vwd/wsc NEW YORK. Knapp behauptet tendierten die Aktienkurse am Freitag an Wall Street kurz nach der Eröffnung. Der Dow-Jones-Index verlor 0,1 % auf 10 704,09 Punkte. Der S&P-Index reduzierte sich um 0,3 % auf 1 233,07. Der Nasdaq-Composite-Index fiel um 0,7 % auf 2 044,90.

Wegen des bevorstehenden Wochenendes dürfte der Handel ziemlich lustlos sein, hieß es noch vor US-Börsenstart von Frankfurter Händlern. Außerdem werde die Furcht vor neuen Gewinnwarnungen die Anleger von größeren Engagements abhalten. Die Warnungen vom Donnerstagabend würden jedoch allenfalls geringen Einfluss auf das Marktgeschehen haben. Selbst die Gewinnwarnung, die Merck am Berichtstag ausgegeben hat, werde sich wahrscheinlich nur auf den Kurs der Merck-Aktie auswirken.

Zahlreiche Gewinnwarnungen trübten das Bild am "casual friday". Neben Mircon Technologies und Symantec sorgte auch Tibco Software mit trüben Geschäftsprognosen und schlechten Quartalsergebnissen für Wirbel.



Bereits einige Unternehmen haben in der Gewinnwarnungsphase ihre Prognosen revidiert und Planzahlen nachgebessert. Ein Paradebeispiel, in welchem Maße ein Unternehmen die Erwartungen schließlich dann doch verfehlen kann, lieferte den Anlegern heute Micron Technology.

Der größte US-Hersteller von Memorychips hat den Verlust in dritten Quartal von 15 Cents pro Aktie auf 45 Cents pro Aktie ausgeweitet. Damit beträgt der Fehlbetrag insgesamt 301 Millionen Dollar. Vor einem Jahr hat der Chiphersteller noch einen Gewinn von 289 Millionen Dollar erwirtschaftet. Der Umsatz ging um die Hälfte auf 818 Millionen Dollar zurück. Micron leidet vor allem unter den stark fallenden Preisen für die DRAM-Chips.



Micron

wickle jeden Chip, den der Konzern produziere, in einer Dollar Note ein, bevor er ihn verkaufe, kommentierte ein Analyst mit schwarzem Humor das Kosten-Einnahmen-Verhältnis. In diesem Jahr wird die Nachfrage nach Memorychips auf 14 Millionen Stück sinken. Noch im vergangenen Jahr fragte der Markt 31 Millionen Stück nach. Zudem musste das Unternehmen hohe Lagerbestände abschreiben. Lehman Brothers stufte das Micron-Papier mit "Market Perform" ein und senkte die Ertragsschätzungen für das laufende und kommende Geschäftsjahr.

Um nicht wie Micron am Ende das große Donnerwetter zu erleben, senkte Merck, der zweitgrößte US-Pharmakonzern, am Morgen vorsorglich die Quartalserwartungen. Statt des erwarteten Gewinns von 81 Cents wird der Pharmakonzern im laufenden Quartal voraussichtlich nur einen Gewinn von höchstens 79 Cents erwirtschaften. Schuld soll an dem Gewinnrückgang soll vor allem der rückläufige Umsatz von Vioxx sein, Mercks Medikament zur Behandlung von Arthritis. Gleichzeitig habe der im Vergleich zum Euro teure Dollar dem Exportgeschäft geschadet.

Tibco verlor vorbörslich an Wert, nachdem der Hersteller von Kommunikationssoftware den Verlust im zweiten Quartal ausbaute. Höhere Vertriebs- und Marketingkosten haben den Gewinn belastet.

Metalink stand bei den Anlegern am Morgen ebenfalls auf der Verkaufsliste. Der Hersteller von Chips für den Telekommunikationsbereich wird die Umsatzerwartungen der Analysten von mindestens drei Millionen Dollar im zweiten Quartal nicht erfüllen.

Bewegung herrschte auch auf dem Bekleidungssektor. Das Investmenthaus Robertson Stephens stufte die Aktien der Bekleidungsketten The Gap und Ann Taylor von "kaufen" auf "Market Performer" herab. Vor allem das schwache Marktumfeld mache den Unternehmen zu schaffen. Die Analysten von Goldman Sachs bestätigten die Aktie von The Gap dagegen auf ihrer Empfehlungsliste.

Echte Freitagsstimmung kam dagegen auf dem Brokersektor auf. Investmenthaus Lehman Brothers bestätigte die Aktien von Citigroup und Fleet Boston mit "aggressiv kaufen". Sie seien bereit, weiterhin Geld in die Aktien zu investieren, so die Aussage der Analysten.

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