LVMH steigert Umsätze – Aktie bleibt aber teuer
LVMH hofft auf die Konsumlust

Berauschend waren sie zwar nicht gerade, die Umsätze des Luxusgüterkonzerns Moet Hennessy Louis Vuitton (LVMH) in den ersten neun Monaten dieses Jahres, aber ganz in Ordnung. Vor allem im Vergleich zu den Konkurrenten.

FRANKFURT/M. Der weltgrößte Luxusgüterkonzern steigerte seinen Umsatz ohne Währungseffekte um 5,4 Prozent. Mit Währungseffekten steht auf dem Papier allerdings nur noch ein Plus von zwei Prozent. Aber die Börse honoriert in diesen Zeiten bekanntlich alles, was nicht nach Gewinnwarnung aussieht. "Immerhin ein Plus", schienen sich die Anleger zu denken, die sich sofort auf die LVMH-Aktie stürzten und sie an diesem Tag um rund zwölf Prozent nach oben drückten.

Im Gesamtjahr rechnet der Konzern aber "mit einem deutlichen Anstieg des operativen Gewinns". Auch die Analysten scheinen von LVMH überzeugt zu sein. Von vierzehn Analystenempfehlungen im Oktober, die der Informationsdienst Bloomberg auflistet, lauten die drei schlechtesten "Halten". Die Analysten von Goldman Sachs und Merrill Lynch empfehlen die Aktie ebenfalls zum Kauf, obwohl die Umsätze im dritten Quartal leicht unter ihren Schätzungen lagen. Der Grund: "Die beiden wichtigsten Sparten für die Aktienstory - Kleidung und Leder sowie der Einzelhandel - zeigen einen starken Schwung", schreiben die

Bereits im September hatten die Halbjahreszahlen bei den Anlegern die Hoffnung auf eine Erholung in der Luxusgüterbranche keimen lassen. LVMH steigerte in den ersten sechs Monaten dieses Jahres Umsatz und Gewinn. Dabei waren die Jahre 2002 und 2001 für LVMH - zu dessen Imperium so illustre Marken wie Dom Pérignon, Veuve Ponsardin, Christian Dior, Givenchy und Tag Heuer gehören - kein Zuckerschlecken. 2001 musste LVMH dreimal seine Gewinnprognosen nach unten schrauben. Die Terroranschläge in den USA drückten auf die Umsätze. Reisen wurden eingeschränkt, so dass das für LVMH wichtige Einzelhandelsgeschäft an den Flughäfen litt. Die andauernde Rezession verdarb den Japanern, die gute Kunden bei LVMH sind, die Lust am Geldausgeben.

Beinahe alle Sparten haben ihren Anteil an der guten Entwicklung des Konzerns. Der Champagnerverbrauch stieg, nachdem er Anfang dieses Jahres eingebrochen war. Die Kosmetik- und Parfümsparte profitiert von neuen Produkten, wie dem Damenparfüm Dior Addict, und die Edelmarke Louis Vuitton verdankt ihren gestiegenen Umsatz neuen Geschäften und neuen Produkten. Vor allem die Kleider- und Ledersparte glänzt mit einem Umsatzplus von 14 Prozent. Schlechter lief es hingegen bei den Luxusuhren und dem Einzelhandelsgeschäft mit den Duty Free Shops und der Parfümeriekette Sephora.

Trotz der vergleichsweise guten Entwicklung bei LVMH bleiben die Analysten vor allem auf kurze Sicht für den Sektor skeptisch. Denn mit einem schnellen Anziehen der Nachfrage rechnen sie nicht. Und wenn kein Geld da ist, sparen die Konsumenten da, wo es am wenigsten weh tut: bei teuren Uhren, Kleidern und Taschen - Dinge eben, die man sich in guten Zeiten durchaus einmal gönnt. Auf lange Sicht aber, sagen zum Beispiel Odile Lange und Scott Weldon von der Deutschen Bank, seien im Luxussektor höhere Margen als in anderen Branchen zu erwarten. Diese würden auch den Bewertungsaufschlag der Aktien rechtfertigen. Aber: Wie lange ist "auf lange Sicht"? Wann wird das Geschäft mit den Preziosen wieder so richtig losgehen? Und mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 26 zählen LVMH-Aktien nicht gerade zu den Schnäppchen.

Quelle: Handelsblatt

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