Lynchmord an afghanischen Minister: Zwischenruf: Noch viel Arbeit für die Allianz

Lynchmord an afghanischen Minister
Zwischenruf: Noch viel Arbeit für die Allianz

Bisher waren es nur Attentatsversuche oder Gerüchte über Versuche. Nun ist ein Minister der afghanischen Übergangsregierung einem Anschlag zum Opfer gefallen. Der Lynchmord durch aufgebrachte Mekka-Pilger an Abdul Rahman, dem afghanischen Minister für Luftverkehr und Tourismus, offenbart die prekäre Sicherheitslage in dem von den Taliban befreiten Land. Regierungschef Karsai muss sich von US-Elitesoldaten schützen lassen. Dort, wo keine ausländischen Schutztruppen anwesend sind, herrschen nach wie vor Chaos und Anarchie.

Aber nicht nur das: Die Übergangsregierung bekommt das von Stammesfürsten und Warlords beherrschte Land auch politisch nicht in den Griff. Zur Schwäche trägt vor allem bei, dass der wirtschaftliche Wiederaufbau nur schleppend beginnt. Hunger, Armut, eine total zerstörte Infrastruktur - all das macht die Bevölkerung anfällig für die Versprechungen machthungriger oder fundamentalistischer Putschisten, die Karsai die Macht aus den Händen reißen wollen.

Bundesaußenminister Fischer, der morgen nach Afghanistan kommt, wird von seinen afghanischen Gesprächspartner nach mehr Schutz und schnellerer Wirtschaftshilfe gefragt werden. Die Allianz gegen den Terror hat ihre Arbeit in Afghanistan noch nicht zu Ende gebracht. Nach dem Sieg ist vor dem Sieg.

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