M-Commerce erfordert leistungsfähige Endgeräte
Mobile Business: Chancen für Mittelstand und Verwaltung

Bezahlen, bestellen, informieren und handeln per Handy. So oder ähnlich lauten die Schlagworte des Mobile Business. Wo aber liegen die Perspektiven des mobilen Handelns insbesondere für den Mittelstand? Während der Veranstaltung "M-Business - Fit for the future" der Digitalen Stadt Düsseldorf gingen Experten unter anderem dieser Fragestellung nach.

DÜSSELDORF. Oberbürgermeister Joachim Erwin unterstrich die Bedeutung des Mobile Commerce. So erwartet er bis zum Jahr 2003 rund 50 Mrd. Euro Umsatz bei 300 Millionen Handynutzern durch den mobilen Handel. Neben Nutzwert und dem Spaßfaktor als Motor für M-Business hat seiner Einschätzung nach auch das "M-Government" Zukunftspotenzial: "Bald können Sie zum Beispiel die Verlängerung Ihres Personalausweises per Handy beantragen oder vor der TÜV-Überschreitung einen Termin zur Verlängerung vereinbaren."

M gleich "Mobile" und "Mittelstand"

Das "M" in M-Business steht aber nicht nur für das Wort "Mobile", sondern auch für den "Mittelstand". Im mobilen Handel liege nämlich gerade eine Chance für mittelständische Unternehmen. Diese Einstellung vertrat zumindest Heinz Martin Humme, Mitglied der Geschäftsleitung der Commerzbank Düsseldorf, während der Veranstaltung. Dem konnte Britta Look, Commerz NetBusiness AG, nur beipflichten. Sie forderte trotz aller Unkenrufe, das Mobile Business sei "ein Hype" - also viel Getue um nichts, die anwesenden Entscheider auf, so "schnell wie möglich einzusteigen in die Thematik".

So schilderte Look ein Zukunftsszenario im Jahr 2004, das allerdings völlige UMTS-Abdeckung und leistungsfähigere Endgeräte voraussetzt, und veranschaulichte damit das Potenzial des Mobile Commerce. Die Geräte würden zukünftig nicht nur schneller und einfacher zu bedienen sein, sondern auch Personalisierungsfunktionalitäten aufweisen. Mobile Firmenportale werden Mitarbeitern den drahtlosen Zugriff auf das Intranet eines Unternehmens ermöglichen. "Dies optimiert nicht nur den Außendienst, sondern ermöglicht auch eine gezielte Vertriebs- und Verkaufssteuerung", sagte Look.

Mobile Kommunikation im Jahr 2004

Ein Tag eines Außendienstmitarbeiters im Jahr 2004 könnte nach Vorstellung von Britta Look so aussehen: Während der Taxifahrt checkt der Mitarbeiter per Handy ein, sein Flugticket wird im Handy abgespeichert und somit entfällt für ihn die lange Wartezeit am Schalter. Auch der Mietwagen lässt sich via Handy bestellen. Da der Mitarbeiter sein Kundenprofil bei der Autofirma hinterlassen hat, sind seine Präferenzen bezüglich der Automarke und-größe oder die Bezahlmodalitäten auch kein Thema mehr. Die gewonnene Zeit nutzt er zum "Mobile Office Management", denn mit dem Handy hat er Zugriff auf den Firmenserver und erhält somit wichtige Informationen, die ihm das "M-Customer Relationsmanagement" ermöglichen.

"Zukünftig könnte ein Unternehmen auch die Videotelefonie nutzen und dem Kunden eine Kurzpräsentation zweier Alternativprodukte per Handy vorführen", erläutert Look. Ihrer Einschätzung nach ist gerade der Mittelstand gefragt, wenn es um die Umsetzung tragfähiger M-Commerce-Konzepte geht. Allerdings müsse man dabei pragmatisch und schrittweise vorgehen, die Zielgruppen berücksichtigen und Geschäftsmodelle modular aufbauen, um Fehltritte zu vermeiden.

Technische Voraussetzung schaffen

Damit dieses Zukunftsszenario keine Vision bleibt, müssen die technischen Voraussetzungen angepasst werden. "UMTS ist der technologische Schlüssel", sagte auch Jan Poelman, General Manager Marketing & Sales Business Customers bei E-Plus. So sollen seiner Einschätzung nach bis zum Jahr 2005 die Hälfte der Bevölkerung Deutschlands UMTS nutzen können. Er geht davon aus, dass sich die Provider bezüglich der technischen Voraussetzungen immer mehr annähern werden. "Technik wird dann kein Wettbewerbsvorteil mehr sein", meinte Poelman. Vielmehr seien eine Vielzahl von Services und mobiles Multimedia gefragt. Dabei stünden Produkte zur Unterhaltung und Organisation des Alltags im Vordergrund.

i-Mode kommt nach Deutschland

Den mobilen Internetdienst i-Mode des japanischen Telekommunikationsunternehmens NTT Docomo bewertet Poelman daher als kundengerecht: "i-Mode ist schnell, farbig und unterhaltsam. Auf einer offenen Plattform bieten dort rund 800 Provider ihre Inhalte auf circa 40 000 i-Mode Seiten an." E-Plus beabsichtigt, die i-Mode-Idee in Deutschland und zudem in den Niederlanden, Belgien sowie Italien zum Jahreswechsel 2001/02 zu etablieren. Die niederländische Konzernmutter KPN wird zusammen mit der Tochter E-Plus und NTT Docomo dazu ein Joint Venture mit Sitz in Düsseldorf gründen.

Schreiben Sie der Autorin: u.latzke@vhb.de

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